Dresden: Hotel sperrt Brautpaar aus

In Wachwitz am Dresdner Elbhang ist ausnahmsweise einmal etwas passiert! Normalerweise passiert hier fast nie etwas, aber diesmal kam es gleich ganz knallhart: Unter der Überschrift „Hotel sperrt Brautpaar in Hochzeitsnacht aus“ steht heute in der Sächsischen Zeitung ein ausführlicherer Artikel dazu (leider nur in der Printausgabe und online hinter der Bezahlschranke). Die Kurzfassung: Ein Brautpaar hatte im Gare de la Lune Hochzeit gefeiert und dafür nebenan im Hotel Elbterasse Wachwitz ein Zimmer gebucht. Den Schlüssel für ihr Zimmer hinterließen sie an der Rezeption, damit er nicht verloren gehen konnte. Als die Feier früh um 4 Uhr zu Ende war, stellten sie fest, dass das Hotel geschlossen hatte und niemand dort anwesend war, der aufmachen konnte. Obwohl man im Hotel wusste, dass man nebenan feiert! So musste das Paar auf einer Matratze im Gare de la Lune ausharren, bis früh jemand aufschloss.

Ziemlich übel fand ich beim Lesen auch, dass der Betreiber des Hotels nicht einmal die Übernachtungsgebühren erstatten will, sondern statt dessen meinte, es hätte ja ausliegende Informationen im Zimmer gegeben, wo jeder Gast selbst lesen könne, dass nachts geschlossen sei.

Aber nachdem ich ein wenig darüber nachdachte, fand ich das Brautpaar selbst auch nicht so unschuldig. Bei einem kleinen Hotel wie diesem ist die Überlegung  ja nicht ganz abwegig, dass dort nachts abgeschlossen werden könnte. In einem großen kann man sicher davon ausgehen, dass es einen Nachtportier gibt, aber doch nicht hier! Wenn man seinen Zimmerschlüssel (der ja in solchen Unterkünften üblicherweise auch gleichzeitig der Hausschlüssel ist) dann auch noch absichtlich dort lässt – wäre es in dem Moment nicht sinnvoll gewesen zu fragen, bis wann eigentlich jemand anwesend ist?

Das Gute an der Sache für die beiden ist: Sie können wenigstens etwas außergewöhnlich Aufregendes über ihre Hochzeit erzählen. (Dieses Fazit würde das Paar gewiss nicht witzig finden).

2 Kommentare:

  1. Eigentlich ist alles in Ordnung: Das Paar hat ein Zimmer bestellt und es hat dieses Zimmer bekommen. Allerdings hat das Servicepersonal auch »getrant«: Ein Hochzeitspaar hätte ich darauf hingewiesen, ab wann die Rezeption nicht mehr besetzt ist. Natürlich ist so ein Abend einzigartig und aufregend, natürlich dauert er locker bis 04.00 Uhr. Sie hätten doch den Schlüssel im »Gare de la Lune« hinterlegen können. Wenn ich in der Rolle des Bräutigams gewesen wäre, hätte ich alles getan, damit meine Frau und ich nicht in die Zeitung kommen.

  2. Wenn ich in der Rolle des Bräutigams gewesen wäre, hätte ich alles getan, damit meine Frau und ich nicht in die Zeitung kommen.

    Ja, so kann man es auch zusammenfassen 🙂

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