Aussichtsreiche Gerichtsverfahren III

Im Dresdner Kulturpalast kann gebaut werden, denn die Klage des Architekten Dr. h.c. Wolfgang Hänsch wurde am Landgericht Leipzig abgewiesen. Bereits vor etwa einem Jahr hatte ich hier schon vermutet, dass diese Klage wenig Aussicht auf Erfolg haben dürfte, denn seit wann hat ein Architekt ein Urheberrecht an den Planungsarbeiten, für die er lediglich Auftragnehmer war?

Nun hat Hänsch eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er trotzdem ankündigt: „Die für mich nicht nachvollziehbaren Teile der Begründung ermuntern mich also, in die nächste Instanz zu gehen. Ich werde mich mit meinem Anwalt Dr. Friedrich Kühn beraten, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.“

Na, dann machen Sie mal, Herr Hänsch – ich habe da so eine Vermutung, wie das ausgehen dürfte. Bezahlen wird Herr Hänsch also nicht nur das aktuelle Verfahren, sondern auch noch weitere, wenn sein Anwalt ihn entsprechend berät. Und warum sollte der das auch nicht tun, denn als Anwalt verdient man ja an solchen Verhandlungen durchaus den einen oder anderen Euro.

Ich glaube, Hänschs Kinder und Enkel werden begeistert sein, wie der Opa da zur Zeit sein Geld zum Fenster hinaus wirft.

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Ähnlicher Artikel: Ein aussichtsreiches Gerichtsverfahren (siehe dort auch Nachträge zum weiteren Verlauf)

 

3 Kommentare:

  1. Das kann uns doch nun wirklich egal sein, was Herr Hänsch mit seinem Geld macht. Der Mann ist schließlich nicht entmündigt. Obendrein erscheint er mir für sein Alter völlig fit. Warum soll er nicht weitermachen? Jeder hat das Recht, zu einem Michael Kolhaas zu werden. Mir fallen da spontan die WSB-Brückengegner ein.
    Und woher weißt du, daß seine Kinder nur an seinem Geld interessiert sind? Vielleicht unterstützen sie ihn ja, weil es für sie wichtiger ist, den Kulturpalast des Vaters als eine Art Familienschatz zu bewahren anstatt die paar Penunsen zu erben.

    Und beim Thema „Geldverprassen auf den letzten Metern vorm Grab“ denke ich eher an Kaffeefahrten, Hohmschoppingsender und Spendensammler für Tierschutzvereine.

  2. Das ist mir tatsächlich völlig wurscht, was er mit seinem Geld macht. Und möglicherweise sind seine (sofern überhaupt vorhandenen) Kinder und Enkelkinder auch wirklich noch stolz darauf, wie er hier gegen Windmühlen kämpft. Aber ein wenig sinnlos ist das schon. Ich beobachte das einfach nur mit einer Mischung aus Erstaunen und Belustigung. Und ein wenig fragwürdig finde ich, dass unsere Dresdner Feingeister ihn sogar noch dazu ermuntern. Zumindest entsteht dieser Eindruck bei mir. Wenn sie dann anschließend für seine Prozesskosten sammeln, wäre es ja immerhin okay. Warten wir es mal ab.

  3. Nachtrag 16.10.2012: Hänsch hat auch bei seinem nächsten Versuch vor dem Oberlandesgericht in Dresden wieder verloren. Aber – und das hätte ich nicht vermutet – das Gericht ihm das Urheberrecht am den Mehrzwecksaal des Hauses zu! Allerdings hat dies keine Auswirkung auf die Umbaupläne der Stadt.

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