Kein Aprilscherz: Bob Dylan kommt nach Dresden

Freitagabend war es, als ich beinahe etwas ganz Verrücktes getan hätte: Raus aus dem Internet, Notebook zu und ab ins Bett! Aber selbstverständlich schaute ich doch noch einmal fix bei Facebook nach, ob es neue wichtige Katzenfotos oder dergleichen gäbe und dabei entdeckte ich eine Meldung der DNN: Bob Dylan kommt wieder einmal nach Deutschland. Und diesmal sogar nach Dresden. Hierher, zu uns! Man muss also nicht erst nach Leipzig, Berlin oder sonst wohin fahren … nein – in der „Junge Garde“ tritt er auf.

Oops, dachte ich, ist das nicht ein wenig zu klein für Dylan? Da werden sich die Kosten also auf nur wenige Besucher verteilen und die Karten werden teuer sein. Na prima … muss ich da wirklich hin? Bekanntlich wirkt Dylan in Konzerten oft schlecht gelaunt, kürzlich hat seine Stimme bei einem Auftritt ganz versagt und großartige Bühnenshows wird man da auch nie sehen. Warum dann also die möglicherweise teuerste bisherige Konzertkarte bezahlen?

Weil der Mann ein Genie ist! Mich beeindruckt vor allem sein Spätwerk ab dem Album „Oh Mercy“. Wer bei Dylan nur an alte Lagerfeuer-Songs wie „Blowing in the wind“ denkt, sollte sich besser einmal seine drei letzten Alben anhören: „Love and theft“, „Modern times“ und „Together through life“. Na gut, ich will hier keine Millionste Dylan-Discografie-Kritik verfassen. Jedenfalls: Wenn der Meister schon mal zu uns kommt und dann sogar in einem angenehmen Ort auftritt …

… aber was kostet denn nun die Karte? Der Vorverkauf sollte am 31.3., also gestern starten. Preisangaben waren aber keine zu sehen. Erst am Morgen, kurz nach 9 Uhr wurden sie veröffentlicht: 61,15 €. Naja. Ich hatte schlimmeres erwartet. Mich würde übrigens interessieren, wie die Veranstalter auf die 15 Cent kommen? Jedenfalls radelte ich früh im harten Gegenwind zur Vorverkaufsstelle am Schillerplatz, unten am Elberadweg durch die vielen Menschen, welche die Elbwiesen von Müll säuberten (für solche Nebensächlichkeiten hatte ich keine Zeit). Eine große Schlange von Fans, die im Schlafsack die Öffnungszeit vor der Filiale abgewartet hatten, fand ich nicht vor und laut aktuellen Angaben im Netz ist es auch noch nicht ausverkauft.

Okay, wieder ein Termin für 2012.

Geklärt hat sich für mich übrigens auch die Frage, ob ich am 29. Mai zu Jethro Tull gehen sollte? Einerseits ist es toll, dass sie mal wieder „Thick as a brick“ aufführen wollen und dazu kommt noch, dass das neue Album „Thick as a brick Pt.2“ nicht nur ein schlechter Abklatsch vom ersten, sondern ein ziemlich gutes eigenständiges Werk geworden ist. Andererseits wäre dieser Besuch aber auch teuer und dann findet es auch noch im Kulturpalast statt … aber glücklicherweise werde ich in der Woche gar nicht in Dresden sein, sondern auf der weit entfernten schottischen Insel Islay weilen. So einfach können sich existenzielle Fragen manchmal klären!

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