Der richtige Name für die Dresdner Waldschlösschenbrücke

Eigentlich ist es inzwischen schon wieder Schnee von gestern: Vor kurzem erwähnte der Dresdner Baubürgermeister Jörn Marx, dass „Waldschlösschenbrücke“ nur der Arbeitstitel und gar nicht der offizielle Name der Brücke sei. Die Sächsische Zeitung führte daraufhin sofort eine Umfrage durch, bei der eine klare Mehrheit den bisherigen Namen bevorzugte. Allerdings wurden auch kaum ernst zu nehmende Alternativen vorgeschlagen. Was bei den Namensvorschlägen aber überhaupt nicht mit auftauchte, war der durchaus längst offizielle Name. Zumindest in der Presse wird seit Jahren folgender verwendet: „Umstrittene Waldschlösschenbrücke„. Wenn man irgendwo etwas über das Bauwerk liest, steht da immer „die umstrittene Waldschlösschenbrücke“ – also sollte das Bauwerk bitte auch weiterhin so in Stadtplänen und auf Straßenschildern benannt werden!

Ganz nebenbei finde ich es völlig unakzeptabel, dass hier in Dresden eine Entscheidung zu diesem Thema einfach mal so innerhalb weniger Tage gefunden wurde! Ohne Unterschriftensammlungen, Bürgerbegehren und –entscheide, ohne ordnungsgemäßes jahrelanges Streiten. Außerdem auch völlig am Stadtrat vorbei und ohne unsere selbsternannten Welterben zu fragen. Nein – stattdessen kommt lediglich eine Lokalzeitung daher, macht eine Umfrage, fertig. Und alle akzeptieren das so gefundene Ergebnis! So geht das doch nicht!

Übrigens empfand ich – genau wie sicher auch jeder andere „Mensch von der Straße“ – die Sache mit der Namenssuche als völligen Quatsch. Aber andererseits hatte Marx gar nicht so unrecht, zumindest einmal darauf hin zu weisen, dass der Brückenname bislang nur ein Arbeitstitel ist. Denn in der Angelegenheit sind bisher schon so viele Haare gespalten worden – da hätte es glatt noch passieren können, dass deshalb jemand eine weitere Klage einreicht und dann haben wir den Salat: Brückenbau ungültig wegen Benennungsfehler – Rückbau erforderlich! (Na gut, dass wird bereits das Ergebnis der aktuellen Klage der Umweltverbände sein.)

Was man aber bitte wirklich endlich einmal klären sollte: Soll sie nun mit „ß“ oder „ss“ geschrieben werden? Ich habe hier immer die Variante mit „ss“ benutzt, aber andererseits geht das bei unserer deutschen Vergangenheit ja eigentlich gar nicht …

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