Ein Film über die NATO-Aggression gegen Libyen in der Schauburg

Da ich mich nun bereits 2x mit dem Thema Libyen befasst habe und vorhin durch ein Plakat darauf hingewiesen wurde, hier ein kleiner Kulturtipp. Am  11.09.2011 im Filmtheater Schauburg Dresden, 17 Uhr:

Film & Diskussion: VERDAMMTER FRÜHLING!
Italien/2011/Fulvio Grimaldi

Die unterdrückte Wahrheit über die NATO-Aggression gegen Libyen 
Ein Film von Fulvio Grimaldi mit anschließender Diskussion.

Der italienische Journalist und Dokumentarfilmer Fulvio Grimaldi hat Libyen unter den Bomben der Nato im Frühjahr 2011 bereits zwei Mal bereist. Sein Dokumentarfilm „Maledetta primavera“ („Verfluchter Frühling“) berichtet über Revolution, Konterrevolution und die Nato-Aggression gegen Libyen (…)

Ob der Film gut oder möglicherweise etwas einseitig ist, kann ich nicht beurteilen – eine Kritik habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, lediglich ein Interview mit Fulvio Grimaldi.

7 Kommentare:

  1. Die letzte Woche in Libyen aus Sicht des ZDF (in der ARD ist es nicht viel besser, aber da sich Einzelbeiträge nur beim ZDF direkt verlinken lassen, beziehe ich mich hier nur auf diesen Sender) und einige offenbleibende Fragen:

    Tja Frank, wenn ich richtig gezählt habe, waren es 22. Einige sind rein rhetorischer Natur, einige berechtigt und werden hoffentlich mal beantwortet, z.B. die wer was zerstört hat.
    Das ist naiv :

    Alles wird gut – das libysche Erdöl wird bald wieder fließen, denn es ist in Rebellenhand. Die guten Rebellen wieder! Floß es unter Gaddafi nicht? Gab es nicht im Gegenteil den Vorschlag, als Boykottmaßnahme gegen ihn sein Öl nicht abzunehmen?

    Weiter ironisieren Sie die guten Rebellen und fragen:

    Vielleicht ist es ja wirklich nur die Bevölkerung, die nicht von den Rebellen „befreit“ werden möchte?

    Der Irre von Tripolis kommt mal ebenso vor bei Ihnen, nicht aber sein Machtapparat. Und es gab nicht nur schwarzafrikanische Gastarbeiter in Libyen – einige hat man mit dem AK47 in der Hand und $-Bündel in der Tasche festgesetzt.
    Ansonst schlagen Sie auf den Sack ZDF und meinen den Esel NATO.
    Ich habe mit dem Zwangsbezahlfernsehen auch so meine Probleme. Was die Kritik an den Berichten betrifft, stimme ich aber eher mit David Harnasch überein.
    Angesichts solcher Bilder

    Rebellen schießen irgendwohin und freuen sich

    sage ich mir auch, daß die Leute ihre Munition für andere Zwecke sparen sollten.
    Aber haben Sie sich auch anno 2001 nach 9/11 über die Freudensalven von Hamas, Hisbollah usw. echauffiert? In Ihrem Archiv habe ich zu der Sache nichts gefunden.
    Naja, man kann sich nicht über alles aufregen.

    Sie machen auf einen Film zum Thema Libyen aufmerksam. Der Mann zeigt sicher Mut und Angagement und hat seine Verdienste, Beispiel Irland. Ansonst ist auch hier die Zielrichtung NATO klar.
    Ausgewogener Journalismus sieht anders aus.
    Was die Frage der unterbrochenen Wasserversorgung betrifft, hat wohl die SZ Recht. Welches Interesse sollten die NATO-Staaten an zerstörten Wasserleitungen haben? Treffer aus Versehen nicht ausgeschlossen.
    Diese Staaten wollen doch sobald wie möglich an´s libysche Öl +Gas, und das setzt eine intakte Infrstruktur voraus

    Eine Frage zum Schluß an Sie. Was halten Sie von diesem Ausspruch

    des italienischen Journalisten und Dokumentarfilmers Fulvio Grimaldi :
    „Gaddafi hat eine Demokratie verwirklicht, die auf der Mitwirkung der Bevölkerung beruht. Durch sie wird die nur vorgetäuschte westliche Demokratie repräsentativen Typs entlarvt.“

  2. Es ist ja schön, wenn man jemanden hat, der für die Statistik noch einmal genau analysiert, wie viele Fragen man nun gestellt hat und welche davon berechtigt, polemisch oder naiv waren 🙂

    Und es gab nicht nur schwarzafrikanische Gastarbeiter in Libyen – einige hat man mit dem AK47 in der Hand und $-Bündel in der Tasche festgesetzt.

    Okay, dann ist das freilich in Ordnung, wenn nun auch der eine oder andere unbewaffnete Schwarze mit dran glauben muss. Wo gehobelt wird … (usw)

    Ansonst schlagen Sie auf den Sack ZDF und meinen den Esel NATO.

    Nee, mir ging es hier um die Berichterstattung des ZDF. Dass es sich im vorliegenden Fall nicht ganz von der NATO trennen lässt, ist leider so.

    Ich habe mit dem Zwangsbezahlfernsehen auch so meine Probleme. Was die Kritik an den Berichten betrifft, stimme ich aber eher mit David Harnasch überein.

    Das Thema 9/11 hat hiermit zwar gar nichts zu tun, aber Sie stimmen ausgerechnet mit dem „Bildschirmarbeiter“ überein? Obwohl Sie doch so einen Wert auf Ausgewogenheit und Vermeidung billiger Polemik legen? Die Filmchen von Harnach (bei denen die Hauptsache ist, dass er selbst die meiste Zeit zu sehen ist und dass sein Haar dabei stets ordentlich liegt) sind ja nun Musterbeispiele für einseitige Darstellung. Kann zwar sein, dass ich da mal eine Ausnahme übersehen habe, aber den habe ich mir genau aus dem Grund schon lange nicht mehr angesehen. Das von Ihnen erwähnte Beispiel ist aber wieder ein typisches Werk von ihm.

    Sie machen auf einen Film zum Thema Libyen aufmerksam. Der Mann zeigt sicher Mut und Engagement und hat seine Verdienste, Beispiel Irland. Ansonst ist auch hier die Zielrichtung NATO klar. Ausgewogener Journalismus sieht anders aus.

    Ich frage mich, wieso eigentlich immer alles ausgewogen sein soll? Von Nachrichten würde ich mir das wünschen. Aber es gibt Sachen, die können gar nicht ausgewogen sein. Satire und Kritik beispielsweise. Wie sollte eine ausgewogene Satire funktionieren? Oder eine ausgewogene Kritik? Ich habe den erwähnten Film noch nicht gesehen, aber falls er klar als Kritik angelegt ist, in dem Fall an der NATO, dann ist hier selbstverständlich „die Zielrichtung NATO klar“. Was denn auch sonst? Und was sollte das Problem daran sein? Die Grundlage ist doch, dass es hier etwas Kritikwürdiges gibt. Und daran ist nicht der Filmproduzent schuld. Er zeigt es nur.

    Was die Frage der unterbrochenen Wasserversorgung betrifft, hat wohl die SZ Recht. Welches Interesse sollten die NATO-Staaten an zerstörten Wasserleitungen haben? Treffer aus Versehen nicht ausgeschlossen.

    Und? Habe ich irgendwo behauptet, dass die NATO oder die Rebellen das absichtlich zerstört haben? Auch Treffer aus Versehen bleiben bei der Wasserversorgung von Wüstenstadtbewohnern ein (wie sage ich es am ausgewogensten?) … naja, Fehler.

    Eine Frage zum Schluß an Sie. Was halten Sie von diesem Ausspruch „Gaddafi hat eine Demokratie verwirklicht, die auf der Mitwirkung der Bevölkerung beruht. Durch sie wird die nur vorgetäuschte westliche Demokratie repräsentativen Typs entlarvt.“

    Bin ich Libyen-Experte, dass man von mir eine fundierte Bewertung der (inzwischen wohl abgeschlossenen) libyschen Demokratie-Version erwarten kann? Und unsere Demokratie als „vorgetäuschte Demokratie repräsentativen Typs“ zu bezeichnen, wäre durchaus mal ein Diskussionsthema. Richtige Demokratie stelle ich mir auch anders vor (aber das hier noch mit auszudiskutieren, würde jetzt echt zu weit führen).

    In einem anderen Blog habe ich zu dem Thema von einem Kommentator gelesen (das ist also nicht meine Meinung, sondern nur ein von mir unbewertetes Zitat):

    Libyen hat sich unter Gaddafi vom ÄRMSTEN LAND der ganzen Welt zu einer Wohlstandsinsel entwickelt. Und ja, der Wohlstand für den einzelnen Bürger ist höher als der aller anderen Länder Afrikas, höher als der in Saudi-Arabien (!!!), höher als der von Rußland, Brasilien, Portugal, und was andere Parameter betrifft, übertraf Libyen auch da einzelne EU-Länder.

    Gaddafi ist nicht nur ein Pragmatiker, der quasi diktatorisch das Beste für sein Volk tut, ohne es zu fragen. Er hat auch ein basisdemokratisches System begründet und implementiert, das ähnlich dem Rätesystem funktioniert. In seinem „Grünen Buch“ analysiert (und kritisiert!) er die westlichen Modelle der repräsentativen Demokratie, auch die plebiszitäre Demokratie. Es ist sehr lesenswert, was er gegen diese Regierungsformen vorzubringen weiß.

  3. Es ist ja schön, wenn man jemanden hat, der für die Statistik noch einmal genau analysiert, wie viele Fragen man nun gestellt hat und welche davon berechtigt, polemisch oder naiv waren

    Das Wort naiv nehme ich mit Bedauern zurück und ersetze es durch trivial.

    Und es gab nicht nur schwarzafrikanische Gastarbeiter in Libyen – einige hat man mit dem AK47 in der Hand und $-Bündel in der Tasche festgesetzt.

    Okay, dann ist das freilich in Ordnung, wenn nun auch der eine oder andere unbewaffnete Schwarze mit dran glauben muss. Wo gehobelt wird … (usw)

    So schon gar nicht.
    Aber das gegenseitige Aufrechnen bringt nix.

    Das Thema 9/11 hat hiermit zwar gar nichts zu tun, aber Sie stimmen ausgerechnet mit dem „Bildschirmarbeiter“ überein? Obwohl Sie doch so einen Wert auf Ausgewogenheit und Vermeidung billiger Polemik legen? Die Filmchen von Harnach (bei denen die Hauptsache ist, dass er selbst die meiste Zeit zu sehen ist und dass sein Haar dabei stets ordentlich liegt) sind ja nun Musterbeispiele für einseitige Darstellung. Kann zwar sein, dass ich da mal eine Ausnahme übersehen habe, aber den habe ich mir genau aus dem Grund schon lange nicht mehr angesehen. Das von Ihnen erwähnte Beispiel ist aber wieder ein typisches Werk von ihm.

    Was Nachrichten betrifft, lege ich Wert auf Fakten, was Kommentare betrifft, habe ich nichts gegen eine solide Polemik. Das mit den Haaren ist ja wohl (billige Polemik)².
    Und i. Ü. haben Sie keine Ausnahme übersehen. Sie verkennen, daß der BildschirmarbeiterDavid Harnasch keine Nachrichten liefert, sondern Kritik übt, was Sie ja auch tun. Dabei muß er genauso wenig ausgewogen sein wie Sie.

    Ich frage mich, wieso eigentlich immer alles ausgewogen sein soll? Von Nachrichten würde ich mir das wünschen. Aber es gibt Sachen, die können gar nicht ausgewogen sein. Satire und Kritik beispielsweise.

    Zustimmung.
    Was Kritik betrifft, s.o. Harnasch.

    Eine Frage zum Schluß an Sie. Was halten Sie von diesem Ausspruch „Gaddafi hat eine Demokratie verwirklicht, die auf der Mitwirkung der Bevölkerung beruht. Durch sie wird die nur vorgetäuschte westliche Demokratie repräsentativen Typs entlarvt.“

    In einem anderen Blog habe ich zu dem Thema von einem Kommentator gelesen (das ist also nicht meine Meinung, sondern nur ein von mir unbewertetes Zitat):
    Libyen hat sich unter Gaddafi vom ÄRMSTEN LAND der ganzen Welt zu einer Wohlstandsinsel entwickelt. ….
    Gaddafi ist nicht nur ein Pragmatiker, der quasi diktatorisch das Beste für sein Volk tut, ohne es zu fragen. Er hat auch ein basisdemokratisches System begründet und implementiert, das ähnlich dem Rätesystem funktioniert. In seinem „Grünen Buch“ analysiert (und kritisiert!) er die westlichen Modelle der repräsentativen Demokratie, auch die plebiszitäre Demokratie. Es ist sehr lesenswert, was er gegen diese Regierungsformen vorzubringen weiß.

    Also will ich mal Ihr unbewertetes Zitat kurz kommentieren :
    Gaddafi hat außer Wohlstandsentwicklung noch ein paar andere Sachen gemacht, welche zum Bürgerkrieg führten.
    Und dann empfehlen Sie, weil unkommentiert, indirekt das Grüne Buch….Naja.
    Mir kam es mehr auf den zweiten Teil des Ausspruches an.

    Frank : Und unsere Demokratie als „vorgetäuschte Demokratie repräsentativen Typs“ zu bezeichnen, wäre durchaus mal ein Diskussionsthema. Richtige Demokratie stelle ich mir auch anders vor (aber das hier noch mit auszudiskutieren, würde jetzt echt zu weit führen).

    Was nicht ist kann ja noch werden – bin auf Ihre Vorstellungen von richtiger Demokratie gespannt.

  4. Wer zu dieser skurrilen Veranstaltung aufruft, ist der „Bund gegen Anpassung„. Was das für eine Sekte ist, steht bei Telepolis.

  5. Hm … stimmt. Habe ich jetzt erst auf der website der Schauburg ganz unten gelesen: Atatürkgesellschaft Karlsruhe und dieser BgA sind Veranstalter. Ich werde dann aber trotzdem mal hinfahren – ich hatte es mir so vorgenommen. Übrigens muss die veranstaltung aber deshalb nicht gleich skurril sein, nur weil weil ein ex-(oder auch nicht)-linkes Splittergrüppchen Mitveranstalter ist. Denn auf den Film hat das ja keinen rückwirkenden Einfluss. Falls es doch eine seltsame Veranstaltung wird, gibt’s von mir anschließend halt eine vernichtende Kritik …

    Übrigens sind die Kommentare zu dem TP-Artikel auch teilweise wieder aufschlussreich, nur in der anderen Richtung.

  6. …und wie war der Film? Was hat der Regisseur gesagt?

  7. Ich schreib was darüber, wahrscheinlich heute Abend. Eine skurrile Veranstaltung war es jedenfalls nicht, sie war bestenfalls etwas antiimperialistisch geprägt. Dass der BgA dort involviert war, liegt daran, dass der Film über dessen Verlag vertrieben wird.

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