Die Bufdis kommen!

Wer solch einen Satz schreiben kann, ohne dabei zu grinsen, der muss wirklich die Verkörperung der Humorlosigkeit sein. Sätze wie „Wo iss’n unser Bufdi gerade?“ oder „der Bufdi kommt gleich!“ werden in verschiedenen Einrichtungen demnächst öfter zu hören sein, weil kein Mensch „Bundesfreiwilliger“ oder „Beh-eff-dehler“ und wahrscheinlich auch nicht „Freiwilliger“ aussprechen wird. Hätte man nicht vor der Erfindung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zunächst einmal Sprachforscher ergründen lassen können, was der Volksmund aus solchen neuen Wörtern machen wird? So hätte man anschließend einen Begriff ermitteln können, den man auf die am wenigsten dämliche Weise verkürzen kann.

Wer vom BFD noch nie etwas gehört hat: Das ist der Ersatz für den Zivildienst. Ich spare mir hier mal Bemerkungen über „versteckte Arbeitslosigkeit“ oder „staatlich organisiertes Lohndumping“ und dergleichen, denn als Bufdi* sahnt man immerhin ganz schön ab: „Das Taschengeld beträgt maximal 330 Euro. Hinzu kommen in vielen Fällen kostenlose Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung“ (Quelle). Also übersetzt: Man wird nicht unbedingt die maximalen 330 € erhalten und man erhält nicht unbedingt auch kostenlose Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung. Neu ist übrigens gegenüber dem bisherigen Zivildienst, dass man auch als älterer Mensch noch Bufdi werden kann. Da ergeben sich gleich weitere Assoziationen, denn Bufdi reimt sich immerhin auf Grufti…

(*Wieso markiert mir die Rechtschreibkontrolle dieses Wort ständig?)

Ein Kommentar:

  1. Michael Winkler

    Hmm, gibt’s dann bei den JobCentern auch BuFDi-Aufstocker ??? 🙂

    Mich würden mal die Arbeitszeiten interessieren, ob die auch ne 40-Stunden-Woche haben?

    Hoppla, hab’s gefunden – unter „Dauer“: „Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, sollen sich nach der Gesetzesintention wöchentlich für mindestens 20 Stunden verpflichten.“ … doch man nimmt auch gern welche für 35-40 Stunden
    Naja, wenn’s wirklich „freiwillig“.dann ist’s für ALG-II-ler besser als aufgedrückte Ein-Euro-Jobs und ABMs; finanziell kommt’s auf’s selbe raus – wenn man auf diese Art und Weise „aufstockt“.

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