Pfiffige Geschäftsideen

Ich hatte kurz nachgedacht über den Titel „Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Wie der Springer-Verlag mit Betrügern zusammenarbeitet“. Aber diese Formulierung wäre juristisch möglicherweise nicht ganz wasserdicht – nicht dass mir noch haltlose Unterstellungen nachgesagt werden und dadurch zusätzliche Post vom Anwalt kommt. Schön ist aber, dass man als moderner Mensch überhaupt gelegentlich ungefragt mit juristischen Problemen konfrontiert wird. Denn das hält geistig wach und sorgt für etwas Aufregung in unserem ansonsten doch recht langweiligen Alltag.

Worum geht es? Im letzten Herbst lag bei uns eine unbestellte Zeitung im Briefkasten: „Computer Bild Spiele Gold“. Adressiert an den Namen meiner Frau, aber mit einer nicht existierenden Adresse (bei uns in der Straße gibt es keine Hausnummer 999). Allerdings ist das eigentlich nebensächlich, denn wir hatten so oder so nichts bestellt. Produkte, die deutlich klar erkennbar vom Springer-Verlag sind, kämen uns ohnehin nicht ins Haus. Noch nicht einmal als kostenloses Probeexemplar. Nun ist ja bekannt, was man mit unbestellten Zeitungen machen soll: Ignorieren und dem Papiermüll übergeben. Dann kamen (ich mach’s kurz) mehrere Briefe (immer an die falsche Adresse, die die Postfrau aber guten Gewissens bei uns einwarf) mit Zahlungsaufforderungen. Wurden teilweise weggeworfen, teilweise mit „Absender unbekannt“ zurück gesandt. Einmal schrieb ich sogar eine E-Mail, weil ich es nicht mit ansehen konnte, dass beim Springer-Verlag wertvolle Arbeitszeit für so etwas vergeudet wurde. Hätten wir geahnt, wie viele Monate sich das noch hinzieht und wie sich die Beträge entwickeln, hätten wir uns Kopien der Briefe behalten.

Kürzlich kam sogar einer vom Gericht. Zumindest sah es so aus, denn im Absender stand: „Prodefacto am Landgericht 2 Osnabrück“. Was Prodefacto genau war, ging beim Überfliegen des Textes etwas unter – offensichtlich irgendeine Abteilung oder Einrichtung am Landgericht II in Osnabrück. Ich rief bei der angegebenen Telefonnummer an und erklärte alles. „Ach so“, meinte der Mann auf der Gegenseite, „… ganz andere Adresse und Sie haben gar nichts bestellt? Dann hätten Sie die Briefe ja nur zurück senden brauchen …“ Es wäre jedenfalls alles okay und er wollte das regeln.

Nun kam aber schon wieder ein Schreiben von Prodefacto und diesmal las ich es mir genauer durch: Das ist ein Inkassounternehmen und hat gar nichts direkt mit dem Gericht zu tun, sondern lediglich auf der Straße „Am Landgericht 2“ in Osnabrück seine Adresse. Das finde ich echt clever, sich in einer solchen solchen Adresse einzumieten, denn so sorgt man beim Empfänger natürlich gleich für viel mehr Eindruck. Sehr herzerweichend ist auch der Text:

(Anrede) … Sie haben auf die Ihnen vorliegenden Rechnungen und Mahnungen weder geantwortet*, noch Zahlungen geleistet**. Nach Rücksprache mit unserer Mandantin ist es nun unumgänglich: Die gerichtliche Geltendmachung gegen Sie wird in den nächsten Tagen durch Rechtsanwälte eingeleitet***.

* Doch hatte ich: Einmal per Mail an den Verlag, einmal per Telefon an die Prodefacto Forderungsmanagement GmbH

** Und da werden auch nie welche kommen

*** Darauf läuft es hinaus: Angst machen vor gerichtlichen Folgen. Dann warten wir die doch mal ab. Da man im Internet beim Eingeben von „Prodefacto“ sehr fündig wird (man entdeckt dabei nur wenig Lobendes über diese Firma), läuft es auf Folgendes hinaus: Bei so geringen Streitwerten machen Gerichte sowieso nichts. Falls doch, legt man Widerspruch ein. Einem korrekten gerichtlichen Mahnbescheid liegt ein Formular bei, in dem man ein Häkchen setzt bei „Ich widerspreche dem Anspruch insgesamt“. Das sendet man innerhalb von 14 Tagen zurück. Das Mahnverfahren geht dann in die Klage über. Ich bin sehr gespannt, ob sich das Gericht allen Ernstes wegen 4,99 € dazu entschließt. Prodefacto müsste dann aber begründen, ob und in welcher Höhe die Forderung gegenüber uns rechtmäßig ist, worauf ich auch sehr gespannt wäre. Die Beweispflicht liegt beim Unternehmer, denn grundsätzlich ist bei Anmeldungen im Internet der Unternehmer beweispflichtig. (Kann man so zumindest in verschiedenen Internetforen lesen).

Übrigens geht es laut Prodefacto inzwischen um folgende Beträge:

Zeitschriftenbezug Computer Bild Spiele Gold: 4,99
Sonstige Nebenforderungen unserer Mandantin: 20,00
Kontoführungsgebühren: 3,80
Kosten, die unsere Partei als Verzugsschaden geltend macht: 39,00

Gesamtforderung: 67,79

Das tut mir schon leid, was die jetzt inzwischen unseretwegen für Arbeit hatten (nicht zu vergessen, die enormen Kontoführungsgebühren!). Aber so entstehen auch dringend benötigte Arbeitsplätze in Deutschland: Der Springer-Verlag versendet einfach so an irgendwelche Haushalte Zeitschriften und anschließend Rechnungen. Manche Leute bezahlen sicher immer mal aus Furcht oder Unwissenheit. Und wenn das nicht klappt, übergibt man es einem Inkasso-Unternehmen. Kaufen die solche „ausstehenden“ Mahnungen ein? Oder was hat der Verlag davon?  Jedenfalls bezahlen dann sicher auch immer mal Einige bei dieser Wegelagerei 2.0. So bleibt das Geld im Umlauf – ohne dass dafür erst komplizierte Produkte hergestellt werden müssen. Bei der Methode des Geldflusses bleibt der Verbrauch von Rohstoffen, Treibstoff und Energie sogar auf einem erstaunlichen Minimum. Das ist gut fürs Weltklima – es handelt sich also um ein positives Geschäftsmodell mit Zukunft!

Ach so, der Rest vom Text noch:

Sind Sie sich wirklich über die Ernsthaftigkeit der Lage bewusst? Neben erheblichen Kosten für Gericht und Anwalt, wird nötigenfalls auch die Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher hinzukommen. Der gegen Sie zu erwirkende Schuldtitel wird 30 Jahre vollstreckbar sein. Der Verlust ihrer Kreditwürdigkeit durch Eintragung in das amtliche Schuldnerverzeichnis und die nötigenfalls anstehende Beantragung zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung (Offenbarungseid) werden für Sie unangenehmer werden, als die Zahlung unserer Forderung.

Letztmalig fordern wir Sie eindringlich auf bis zum 06.05.2011 Ihren Schuldbetrag zu zahlen.

Ihr Handeln ist jetzt gefragt! Hiermit informieren wir Sie gem. § 33 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz, dass wir die zu Ihrer Person vorliegenden Daten gespeichert haben.

An der Stelle wird es langsam eine unglaublich dreiste Frechheit. Die drohen einem allen Ernstes mit einem SCHUFA-Eintrag, ohne dass man wirklich irgendetwas Nachweisbares getan hat! Ich kann mir schon vorstellen, dass spätestens an der Stelle doch noch Einige sagen: „Ach, dann bezahl ich’s mal doch lieber …“. Aber wegen unbewiesenen 4,99€ macht die SCHUFA doch keine Einträge. Das könnte ja für die völlig nach hinten losgehen! Insofern finde ich es schon interessant, dass Prodefacto in seinen Kontaktdaten auch stehen hat „Partner der SCHUFA Holding AG“.  Interessant, was die SCHUFA so für Partner hat. Man müsste glatt einmal dort anfragen.

Vielleicht mache ich das am Montag mal – jetzt übers Wochenende muss ich erst einmal ohne Internet auskommen.

22 Kommentare:

  1. Ähnlich gelagerter Fall in meinem Elternhaus (es ging um angebliche Urheberrechtsverletzung im Netz): da wurde ernsthaft erwogen zu zahlen. Zu viel Ärger für alte Leute, zu viel Einschüchterung, die nach tatsächlicher Staatsgewalt klang … zum Glück hat Töchterlein gegoogelt und den Schmuh schnell entlarven können.

    Die Generation der Silver Surfer mag experimentierfreudig durchs Netz wandeln, aber wenn solche Drohkulissen aufgebaut werden, fehlt ihnen die Chuzpe von uns Digital Natives, die sich zum Glück nicht zermürben und einschüchtern lassen.

  2. Micha(el) Winkler

    Frank, ich glaube der Springer-Verlag hat damit recht wenig zu tun. Prode-wieauchimmer nutzt nur Zeitungen aus dem Hause Springer … denen wäre das selbst auch nicht recht, doch naja, so ist eben das Leben 😉
    Wer würde das schon mit der „jungen Welt“ machen? 😉

    Apropos, Springer-Presse … gerade „in der Mache“ – „Die Strippenzieher“ von Cerstin Gammelin und Götz Hamann, wo u.a. auch einige Ex-Springer-Leute zu Beratern wurden und werden. Interessante Lektüre, hab’s ganz preiswert (analog, als Buch, versteht sich ;)) über die einschlägigen 2nd-hand-Internetseiten …

  3. @ Muyserin: Dass gerade Ältere dann noch ratloser sind, kann ich mir gut vorstellen. Da könnte man zwar sarkastisch sagen, dass Rentner ja ohnehin auch auf andere Weise gern mal übers Ohr gehauen werden (immer wieder mit dem Klassiker der Kaffeefahrt), aber da verleitet man sie ja „nur“ zu nutzlosen Käufen und darüber wurde auch schon oft hingewiesen. Hier wird einem aber ein angeblicher Gesetzesverstoß um die Ohren vorgeworfen, von dem man sich freikaufen soll. Das ist schon ziemlich übel.

    @ Micha: Ja, klar – das betrifft nicht nur Springer. Bei der Suche nach Infos über dieses Inkassounternehmen habe ich auch andere Verlage gefunden, die angebliche ausstehende Kosten einforderten, aber Springer passte mir so gut ins Feindbildschema.

    Dass Du Dich bei der Bücherbesorgung so an die Einhaltung rechtlicher Aspekte hältst, finde ich total klasse!

  4. Micha(el) Winkler

    @ Feindbild-Schema
    Kann ich verstehen, doch seitdem ich die BILD im Abo habe, verteidige ich den Springer-Verlag 😉
    Im Ernst, mir ging’s nur um eines der OB-Wahl-2008-Themen: Transparenz 😉

    „Dass Du Dich bei der Bücherbesorgung so an die Einhaltung rechtlicher Aspekte hältst, finde ich total klasse!“
    Ich weiß, Frank 😉
    Naja, Deutschland soll doch wachsen, da kann ich doch auch mal 3 Euro (1 Euro Buch, 2 Euro Versand) ausgeben 🙂

  5. Daniel Gottlieb

    Hallo,

    sehr interessant, mir ist naemlich genau das Gleiche passiert. Heute lag eine wortwoertlich identische Mahnung in meinem Briefkasten mit einer Zahlungsaufforderung bis zum 4.6.2011 im Briefkasten.
    Mich wuerde interessieren, wie es weitergegangen ist.
    Gruesse,

    Daniel

  6. Bis jetzt ist erst einmal gar nichts weitergegangen. Wir warten ab, ob da tatsächlich ein gerichtlicher Mahnbescheid kommt. Ich erwarte das nicht, denn viele Gerichte tun das angeblich nicht, wenn der eigentliche Streitwert (was nur die 4,99€ sind) unter 100 € liegt. (Diese Auskunft habe ich aber nur von Nicht-Juristen).

    Falls noch was Wesentliches passiert, schreibe ich hier ein Update oder einen weiteren Kommentar.

  7. Mich würde jetzt echt mal interessieren, ob der angedrohte Mahnbescheid denn auch kam.

    Da Du nichts mehr geschrieben hast, vermute ich, dass nichts mehr kam. Hätte, mich auch gewundert.

  8. Bis jetzt ist nichts weiter gekommen.

    Irgendwie finde ich das fast schon wieder etwas niveaulos: Erst sorgen solche modernen Wegelagerer für Aufregung bei den willkürlich Überfallenen und wenn diese sich dann darauf einstellen und schon Vorfreude auf die nächsten haltlosenen Drohgebärden haben, dann kommt plötzlich nichts mehr 😉

  9. Da man dieses Seite findet wenn man bei Google „Prodefacto Betrug“ eingibt, hier mal eine aktuelle Info:

    Habe heute exakt die gleiche Forderung erhalten, nur ging es angeblich um die BILD am Sonntag.

    Jedenfalls habe ich die Polizei per Mail angeschrieben, da ich das Schreiben als Nötigung empfinde (Adressen findet man schnell) und folgende Info erhalten:

    Hallo Herr ….,

    das an Sie gerichtete Schreiben ist eine seit Monaten andauernde Betrugsmasche.
    Ich habe Ihre Mail hier eintragen und als Anzeige erfassen lassen. Weitere Schritte von Ihnen sind zur Zeit nicht erforderlich. Teilen Sie mit bitte nur noch kurz mit, ob das Schreiben bei Ihnen als Briefpost oder als Email eingegangen ist.
    Die Täterermittlungen gestalten sich in diesen Fällen mehr als schwierig, da meistens Briefkastenfirmen oder fiktive Personen hinter den Taten stehen.
    Ignorieren Sie solche Schreiben einfach und leiten Sie diese bitte an uns weiter.

    Mit freundlichem Gruß

    Hoffe, dass das anderen Suchenden weiterhilft.

  10. Bei uns ist seit diesem Artikel nichts mehr eingetroffen, für mich hatte sich der Fall inzwischen erledigt. Aber für Andere ist Dein Kommentar sicher ein wichtiger Hinweis. Danke für die Information!

  11. Hallo Frank,
    auch ich bin eine Betroffen von den Androhungen von PD – die vertreten auch die I-Net-Plattform StayFriends.de , wo es seit längerem auch großen Ärger gibt. Es betrifft diese Gold-Mitgliedschaft, die bisher immer freiwillig abgeschlossen werden konnte u. nach einem Jahr „automatisch“ auslief – das hat auch immer funktioniert (meine Erfahrung).
    Nun aber – in Zeiten von Facebook & Co. – sehen die (SF) ihre „Felle davon schwimmen“ und haben viele User „gelinkt“ , indem die die Gold-Mitgliedschaft einfach weiterführend „automatisch verlängern“.
    Natürlich sind wir alle sehr empört über die Frechheit u. die Art u. Weise der Geschäftsgebahren von SF, denn angeblich wurden emails verschickt, die darauf hinwiesen!
    Dies ist nicht der Fall – auch erhielten die User keine offizielle Rechnung , geschweige denn die Mahnungen per email – nichts ist bei keinem angekommen!
    Und ganz schnell hat man PRODEFACTO auf dem Hals!
    (auch hier mal nachzulesen: http://de.reclabox.com/beschwerde/50995-stayfriends-erlangen-goldmitgliedschaft-automatisch-verlaengert-nicht-von-mir )

    auch hier bei FB rege diskutiert und angestrebt, diesen Sachverhalt in die öffentlichen Medien zu bringen (zB. AKte2012)
    http://www.facebook.com/groups/411477622238243/

  12. Hallo,

    die versuchen es immer noch…..angeblich haben wir die TV Spielfilm aboniert.

    Morgen gehts zur Polizei-ne Anzeige machen.

  13. Hallo Frank: wie ging es denn mit prodefacto weiter? Kam noch ein Mahnbescheid? Ich habe nämlich selbst auch eine Zahlungsaufforderung von prodefacto über 63 Euro erhalten, nachdem ich ein Kurzabo der Bild am Sonntag bestellt hatte. (10,20 Probeabo mit USB-Stick nach Bezahlung der Rechnung) Ich hatte das Kurzabo fristgerecht gekündigt, damit es sich nicht automatisch verlängert; und bat die Bams um Zusendung der Rechnung. Und dann passierte:nichts. Und dann vergaß ich das Ganze leider wieder. Ich wunderte mich zwar zwischendrin manchmal, dachte aber, die werden die Rechnung schon senden…..Dann kam – nach 3 Monaten – dies Schreiben von prodefacto, in welchem ich auf einmal 63 Euro zahlen soll, da ich weder auf Rechnung und Mahnung der Bild am Sonntag reagiert hätte. Ich schrieb nochmal die Bild am Sonntag an und bat um Rechnung, und die sagten, es sei an mich gegangen, das Problem: ich habe wirklich keine erhalten, auch keine Mahnung.Ich widersprach und forderte von der Prodefacto einen Bezugszeitraum und eine Aufstellung, die ich auch bekam. Es werden einmal eine angebliche „telefonische Ansprache“ mit 10,00 Euro darin aufgeführt – ich wurde aber nie angerufen! (und könnte das auch beweisen, da ich eine Fritzbox habe, die alle Gespräche die hereinkommen oder abgehen, aufzeichnet), ein 1. Mahnschreiben mit 39,00 Euro und Kontoführungsgebühren von 3,80, zusammen mit dem Betrag für den Zeitschriftenbezug macht das 63,00 Euro.

    Ich bin jemand, der immer pünktlich zahlt. Man kann ja mal eine Rechnung im Briefkasten übersehen, aber eine Rechnung und eine Mahnung zu übersehen?
    Ich bin genervt, und überlege, ob ich die 63 zahlen soll, um meine Ruhe zu haben, da man mir nach einem Anruf bei der Bild am Sonntag ans Herz legte, zu zahlen, da jeder Brief 40 Euro teurer würde. Andererseits ärgert mich das ganze Gebaren, weil ich vermute, daß die Bild am Sonntag hier bewußt weder Rechnung noch Mahnung verschickt, um dann bei prodefacto beteiligt zu werden…

    Wie lief es bei Dir weiter, Frank? Ich möchte ja für den Bezugszeitraum der Bild am Sonntag zahlen, aber der Rest ist Betrug!

  14. Wir haben seitdem glücklicherweise nie wieder eine Reaktion von prodefacto registriert und es ist überhaupt nichts mehr in der Angelegenheit passiert. „Glücklicherweise“ weil das tatsächlich Nerven kostet – so scheint es Dir ja momentan ebenfalls zu gehen. Ich habe mich aber inzwischen genau deshalb auch gar nicht mehr mit dem Thema „prodefacto“ beschäftigt und bin insofern kein kompetenter Ansprechpartner mehr. So wie Dein Fall klingt, hat man möglicherweise die frei erfundene Klage-Summe weiter gesenkt, damit sich mehr Leute sagen: Ach was soll’s … dann bezahle ich es halt … ist billiger, als einen Anwalt zu nehmen. Ich würde es wahrscheinlich an Deiner Stelle nicht bezahlen, möchte Dich aber darauf hin weisen, dass das nur so ein spontanes Gefühl von mir ist, was keinerlei Rechtsverbindlichkeit hat (ich bin ja auch kein Anwalt). Versuche Dich besser, noch anderweitig zu informieren. Viel Erfolg!

  15. Seki
    zu Prodefacto und anderen !
    Seit einer ganzen Zeit verfolge ich die Komentare zu PD und anderen Betrugsfirmen des gleichen Stils, wie : HoistFinance, Greif Inkasso u.s.w.
    Auch ich erhielt und erhalte Briefe mit solchem Inhalt und habe nach durchlesen der ganzen Komentare alles so ruhen lassen, bzw. habe geschrieben, dass Sie von mir kein Geld bekommen. Und was passiert! Nix, null Komma nix. Das ist alles nur ABZOCKE!
    Viel Spaß noch .

  16. Den o.a. Ablauf habe ich auch durch gemacht. Nach eine Weile, da alles auch unbegrundet war habe ich die Schreiben von Prodefacto und einen RA ignoriert. Wie in verschiedene Internet-Kommentare zu lesen ist, immer mit falschen Angaben „belegt.“

  17. grad an PRODEFACTO geschrieben:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für Ihr humorvolles -an meinen Sohn gerichtetes- Schreiben vom 28.8.

    Inhaltlich möchte ich nur insoweit darauf eingehen, dass Sie ja offensichtlich im
    Besitz eines Exemplars des BGB sind – Sie erwähnten die §§ 280 und 286 BGB.
    Ich empfehle zunächst die Lektüre von § 145 ff.BGB.

    Bereits eine kurze Recherche war im übrigen sehr erhellend:
    Threads wie z.B. „Pfiffige Geschäftsideen“ liefern wertvolle Informationen.

    Kopien sende ich an die BILD am SONNTAG, Ihren Auftraggeber (??)
    sowie an die von Ihnen als Partner titulierte SCHUFA Holding AG.

  18. @Harald: Ich bezweifle aber, dass solche Schreiben bei PRODEFACTO jemanden besonders interessieren werden.

  19. sicher nicht. genauso gings mir mit Prodefactos Schreiben auch.

    mal sehen, ob die sich nochmal melden – frühestens bei einem Mahnbescheid reagiere ich wieder

  20. Wäre es da nicht mal sinnvoll , wenn jeder Betroffene einfach mal ne Strafanzeige bei der Polizei stellt?

  21. Sinnvoll wäre das natürlich. Ich vermute aber, dass sich viele – so wie wir damals – überlegen:

    – ist es den Aufwand wert?
    – sitzt die Gegenseite nicht am juristisch erfahreneren Hebel?

  22. Interessant. Bei mir geht es angeblich um ein Abonnement der Zeitschrift LandIdee im Gesamtwert von 10,50 € (Mini-Abo laut LandIdee Mitarbeiter).

    Eine Zeitschrift ist ungefragt im September 2017 in den Briefkasten gelandet. Leider vergaß ich im Alltagsstress den Verlag anzurufen, um zu fragen, warum er mir diese Zeitschrift geschickt hat, obwohl ich gar nichts bestellt habe.

    Dann kam 4 Wochen später eine Inkassoforderung von 72 € von Prodefacto.

    Der LandIdee Mitarbeiter erzählte mir am nächsten Tag am Tel, Rechnung und 1. Mahnung wurden angeblich in April bzw. Mai 2017 an eine mir unbekannte Emailadresse geschickt.

    Die 2.Mahnung wurde im Juni an eine falsche Hausanschrift (Hausnummer war angeblich falsch) geschickt, der Brief kam laut Prodefacto (telefonisches Gespräch) an die Firma zurück.

    Ich habe weder Rechnung, noch Mahnungen vor der Inkasso Forderung bekommen, weder an meine wahre Emailadresse noch an meine wahre Hausanschrift und warte immer noch auf die Beweise, dass sie mir versendet wurden.

    Ich habe nach der 2. Forderung (gleicher Betrag) Widerspruch der Forderung per Einschreiben mit Rückschein versendet (dazu mit PDF), sowohl an Prodefacto als an LandIdee GmbH ( Funke direkt Gmbh)., zusätzlich den angeblichen Vertrag gekündigt. Da ich bis jetzt auch keine Widerrufsbelehrung bekommen habe, habe ich eine Kündigungsfrist von 1 Jahr und 14 Tage. Ich habe mir dabei auf die Internetseite vom RA Thomas Hollweck gestützt, um die Briefe zu schreiben. Ich habe gerade 2 seiner Bücher gekauft.

    Jetzt bin ich gespannt, ob und was Prodefacto in den nächsten 3 Wochen antwortet. Bei Funkstille gehe ich davon aus, dass sie verstanden haben, dass eine solche Forderung mangels Beweise für einen rechtsverbindlichen Vertrag unberechtigt ist und dass sie vor Gericht Null Chance hätte, Recht zu bekommen.

    Offensichtlich hat LandIdee GmbH ihre Forderung an Prodefacto abgetreten. Denn eine Mitarbeiterin von LandIdee sagte mir, ihre Firma habe mit der Forderung nicht mehr zu tun.

    Meiner Meinung sollte das Gesetzt den Inkassounternehmen verpflichten, von Anfang an die Beweise für die Richtigkeit der Forderung-also den Kaufvertrag- dem Schuldner vorzulegen. Und zwar ungefragt. Eine Kopie des originalen Kaufvertrages müsste der Forderung beigelegt werden. Damit könnte der Schuldner gleich nachprüfen, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht.

    Meiner Meinung nach ist die Forderung in meinem Fall nicht berechtigt, dass die Rechnungen und Mahnungen nachweislich nicht an meine Hausanschrift versendet worden sind. Soll ich tatsächlich dieses Mini Abo irgendwann bestellt haben, habe ich bisher keine Beweise dafür erhalten, nicht mal eine Bestellbestätigung per Email.

    Ich nehme an, falls ich tatsächlich dieses Mini-Abo bestellt habe (ich kann mich nicht daran erinnern, dies getan zu haben), dass die Mitarbeiterin einen Fehler beim Versenden der Rechnungen und Mahnungen gemacht habe (zuerst falsche Emailadresse, dann falsche Hausnummer) , der Verlag aber lieber die Forderung an das Inkassounternehmen abgetreten habe, um Arbeit zu sparen.

    Ich halte es aber auch für möglich, dass ich nie ein Mini Abo bei diesem Verlag bestellt habe.

    Ich habe mir geschworen, nie wieder eine Zeitschrift/Zeitung von der Funke Mediengruppe GmbH zu bestellen oder kaufen. Diese Gruppe hat mich für immer als potentielle Kundin verloren.

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