Phillip Boa am 9. 4. 2011 im Alten Schlachthof Dresden

„Wir spielen heute wirklich nur die Stücke von ‚Helios‘ und ‚Boaphenia‘. Also bitte nicht böse sein – Containerlove und so gibt es heute nicht. Das wäre nicht konsequent“. Das sagte Phillip Boa nach den ersten Titeln noch einmal ausdrücklich, aber so war es ja auch angekündigt. Fand ich auch völlig okay  – man muss nicht ständig ein best-of-Programm bringen oder die Stücke vom neuesten Album spielen. Ich hatte vor dem Konzertbesuch noch kurz nach dem Inhalt der Alben „Helios“ und „Boaphenia“ gesucht und dabei überrascht festgestellt, dass ich mich (außer logischerweise bei „And Then She Kissed Her“) nicht daran erinnern konnte, jemals einen Titel davon gehört zu haben. Obwohl ich mich immer halbwegs für ihn interessiert hatte. Jedenfalls war es dann auch so: Ich kannte keinen der gespielten Titel.

Nun ist es ja in Konzerten meist so, dass man ausgerechnet mit den Stücken nicht viel anfangen kann, die man noch nicht kennt. Aber hier war es nicht so. Ich fand alles total interessant (bis auf „Fiesta“). Was ich vor allem beeindruckend fand: Die Musik stammt vom Anfang der 90er, wirkte aber kein bisschen antiquiert. Ganz im Gegenteil – wenn diese Musik auf einem soeben erst veröffentlichten Album einer unbekannten Band erschienen wäre, würde man garantiert auch heute noch von interessantem Indie-Rock sprechen.

Es wurde ein richtig schönes Konzert. Dann waren alle Titel abgespielt und es war zu Ende. Ich dachte mir, na gut – konsequent wäre es schon, hier aufzuhören. Aber das können die doch nicht wirklich tun? Erstens, weil die Stimmung gerade so gut war. Und zweitens weil es einfach ein paar ungeschriebene Gesetze in der Rockmusik gibt. Unter anderem das der Zugabe: Die Band tut so, als sei das Konzert zu Ende, das Publikum klatscht ordentlich und dann spielt die Band natürlich noch weiter (man übt die Stücke ja vorher nicht umsonst ein). Und Tatsache – Boa und sein Voodooclub kamen auch wieder auf die Bühne. Phillip erklärte, weil sie ja konsequent sein wollten, würden sie nur noch zwei Bonus-Tracks von „Helios“ spielen.

Wie konsequent war Herr Boa? Das wird man hier nicht erfahren. Ein paar Geheimnisse muss es auch im Zeitalter der Blogs noch geben.

Dafür verrate ich noch, dass mir die Vorband, oder besser gesagt der Vorsolist ganz gut gefallen hat. Ich bin eigentlich schnell etwas genervt wenn ich merke, dass erst noch eine Vorband zu überstehen ist. Aber manchmal entdeckt man ja auch interessante Musiker auf diesem Weg und andererseits sind heute berühmte Künstler auch den langen beschwerlichen Weg des Opening Act gegangen. Vor Phillip Boa trat Paul James Berry auf. Ich habe immer Respekt vor Leuten, die sich allein, nur mit einer akustischen Gitarre auf eine Bühne trauen. J.P. Berry war eigentlich ziemlich gut, wirkte auf der Bühne auch angenehm selbstsicher und das Publikum klatschte sogar.

5 Kommentare:

  1. Micha(el) Winkler

    Hat der Herr Boa denn auch „mein“ Lied gespielt … „This is Michael“? 😉

  2. Nein, leider nicht, denn das ist eines meiner Lieblingssongs von ihm.

  3. Ob der Herr Boa „This is Michael“ gespielt hat, ist eine Frage die sich vollkommen erübrigt, wenn man sich
    a) den Blog durchliest und
    b) ein bisschen Ahnung hat von Boa oder
    c) wenigstens mal über die Tracklists der beiden genannten Platten drüberschaut.
    *Kopfschüttel*

  4. Micha(el) Winkler

    @ Katja

    Oooch, neee, du hast vollkommen recht … diese dummen Leute aber auch, die …
    a.) sich erlauben, zu denken und vielleicht annehmen könnten, dass ein Blogschreiber nicht immer alles schreibt bzw. schreiben kann, was er oder sie so erlebt hat.
    b.) auch nicht mal annähernd etwas Ahnung von Phillip Boa haben (vermutlich auch nicht mal dessen Namen richtig schreiben können, ohne zu googeln)
    c.) und sich nicht mal die Mühe machen, wenigstens ansatzweise ihr „gefährliches Halbwissen“ über Herrn Boa etwas aufzubessern … um nicht noch dämlichere Fragen zu stellen, als sie es ohnehin schon tun …

    Neee, neee, neee … *kopfschüttel hoch fünf*

    Wann begreifen solche Leute endlich „Boa is God“ …

  5. Tja, Micha, das nutzt nun alles nichts! Solch ein Lapsus … ich sag mal: So etwas darf nicht passieren! Du bist nun in der Online-Community unten durch … damit wirst Du wohl leben müssen.

    Beinahe vergessen: 😉

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