Terrorwarnung für Dresden!

Zumindest für die Hundebesitzer: Auf DNN-online wurde gestern bereits die Warnmeldung über Giftköder auf den Elbwiesen ausgegeben! Die Meldung erreichte die Redaktion auf sehr modernem Weg – via Twitter. Wenn es schon über Twitter kommt, dann muss ja etwas dran sein! Der Herausgeber der Meldung, Sven Wernicke, behauptete dass einige Hunde die Köder gefressen und nur knapp überlebt hätten. Gut- Wernicke selbst hat von den Vorfällen nur über Dritte gehört. Und die Aussagen und Informationen der Hundehalter sind wohl auch „vage und widersprüchlich“. Ich finde aber, dass man solche Meldungen trotzdem gar nicht eifrig genug weiter verbreiten kann. Wie will man sonst eine ordentliche Panik erzeugen? Im Forum von stadthunde.com wird die Warnung bereits erwähnt, aber das kann noch nicht alles sein. Deshalb: Helft mit! Schreibt Texte über dieses Thema. Je weniger Fakten enthalten sind („ … habe gelesen, dass jemand gehört hat, dass eventuell …“), desto glaubhafter wirkt es im Netz! Und Twitter sollte erwähnt werden!

Nachtrag 9.4.: Wie man der anschließend entstandenen Korrespondenz mit Sven W. entnehmen kann (siehe Kommentare), gab es lediglich einen einzigen ihm bekannt gewordenen Fall, bei dem ein Hund vor 3-5 Wochen laut Aussagen des Halters an Vergiftungserscheinungen beinahe gestorben wäre. Was das aber konkret ausgelöst hat, ist unbekannt. Ein Giftköder ist eine reine Vermutung.

Letztes Jahr gab es laut Herrn Wernicke an der Tolkewitzer Flutrinne auch schon solche Funde. Okay – sie waren wohl gar nicht gegen Hunde gedacht, sondern gegen Ratten. Und konkrete Funde lagen auch nicht vor. Der Stadtverwaltung ist auch nichts davon bekannt. Trotzdem können solche Warnungen nie schaden. Wären sie nicht ein Grund, doch einmal über den Einsatz von Hundeleinen nachzudenken … ? Nein, natürlich nicht. Das wäre ein völlig falscher Ansatz. Auch nicht, obwohl die Elbwiesen stromaufwärts des Blauen Wunders eigentlich ein Vogelschutzgebiet sind.

Bereits vor etwa 2-3 Jahren gab es schon einmal eine derartige Panikmeldung für Dresdner Hundebesitzer: Damals stand in der SZ, im Zschonergrund hätte ein Hundehasser Giftköder ausgelegt. Bei dem Artikel gab es auch ein Bild mit einer „Hundenanny“, die ihr Rudel – selbstverständlich unangeleinter – Hunde nun leider nicht mehr im Zschonergrund, sondern sicherheitshalber auf den Elbwiesen ausführen musste. Beim Lesen dachte ich mir: Ist diese Verhaltensweise einiger Hundebesitzer nicht vielleicht genau der Grund für solche Überreaktionen bei Hundegegnern?  Wäre das nicht einmal einen Artikel wert? Einige Tage oder Wochen später erschien dann noch eine kleine Meldung, es hätte sich nichts bestätigt. Es konnten weder solche Köder gefunden werden noch lagen konkrete Meldungen von Hundehaltern über Vergiftungsfälle vor. Da bei uns auf Arbeit auch immer mal Menschen mit Hunden aufkreuzen, konnte ich beobachten, dass diese angeblichen Giftfunde sich trotzdem noch lange als Gerücht hielten.

Falls hier der Eindruck entstanden ist, ich würde Giftköder gut finden: Nein. Ich kann es zwar verstehen, dass manche Leute genervt sind von freilaufenden Hunden (mir geht es selbst so), aber die Hunde können ja nichts für ihre Halter. Rattengift gegenüber Hunden wäre Tierquälerei und zweitens würde es auch andere Tiere schädigen.

23 Kommentare:

  1. Du kannst nörgeln wie Du möchtest, ich habe den Artikel auf der DNN nicht verfasst. 🙂 Ich habe der Redakteurin der DNN mehrfach gesagt, dass es sich um Gerüchte handelt, die bestätigt werden müssten. Dass sie dies nicht ausreichend getan hat, ist nicht meine Schuld. Sie hätte, gerade als Journalistin, die naheliegenden Tierärzte anrufen können – hat sie nicht gemacht. Stattdessen die Tierklinik, die zig Kilometer von den potentiell betroffenen Orten entfernt ist.

    Wie dem auch sei: Ursprünglich hatte ich bei Twitter auch gefragt, ob jemand Genaueres wüsste, eben weil es nur Gerüchte sind, die sich in Windeseile verbreiten. Immer über drei Ecken (ja, auch das habe ich der Autorin mitgeteilt) und niemand wusste IRGENDWAS 100%ig genau. Nur jemand, der wieder jemand kannte…der hätte das mit seinen eigenen Hunden erlebt. Aber aus dem ursprünglichen Kreis (Flutrinne Richtung Leuben) wurde nach und nach das halbe Elbegebiet. So recht weiß niemand mehr, ob und was und überhaupt.

    Mein Wunsch war es eigentlich nur, mal mehr herauszufinden – ich kann ja nicht beeinflussen, was die DNN daraus macht.

    Du bist also der Auffassung, dass Hundehasser motiviert werden, wenn über mögliche Giftköder berichtet wird? Wollen die dann auch mal in die DNN, oder was?

    So oder so sehe ich sowohl ein Problem bei der Berichterstattung der DNN als auch bei der Tatsache, dass sich Gerüchte lange halten und letztendlich niemand konkrete Informationen hat. Und das sei nochmal gesagt: Mein Ziel war es, dass die DNN die Sache prüft. So gesehen hätte ich das auch selbst besser hinbekommen..seufz.

    Achja, und Dein Artikel ist etwas aggro, hm? 😉 Dass Du keinen Hund besitzt, merkt man jedenfalls in jeder Silbe.

  2. Aha. Danke für die weiteren Hintergrundinformationen. Es ist immer sehr interessant, wie manche Meldungen und damit verbundene Aussagen zustande kamen. Mal sehen, wie lange sich das aktuelle Gerücht diesmal halten wird.

    An welcher Stelle vertrete ich die Auffassung, dass Hundehasser motiviert werden, wenn über mögliche Giftköder berichtet wird?

  3. Okay, Auffassung ist wohl übertrieben. Du stellst die Vermutung in den Raum: „Ist diese Verhaltensweise einiger Hundebesitzer nicht vielleicht genau der Grund für solche Überreaktionen bei Hundegegnern?“

    Ich finde zumindest diese Fragestellung nicht passend. Und wenn ich mir es so recht überlege: Wie kommst Du auf sowas?

    Davon ab: Würde das Gerücht aufkommen, auf Kinderspielplätzen seien vergiftete Bonbons gefunden worden – das wäre natürlich was ganz anderes….

  4. Ich habe jetzt eine Weile überlegt, ob Du das irgendwie ironisch meinst, aber anscheinend ist es Dein Ernst. Mit „Verhaltensweise einiger* Hundebesitzer“ meine ich, dass sie ihre Tiere unangeleint durch die Gegend laufen lassen, wo die Tiere dann mehr oder weniger unkontrolliert sind und durchaus auch schon einmal andere Menschen belästigen. So etwas soll gelegentlich schon vorgekommen sein. (* „Einige“ ist dabei noch vornehm untertrieben …)

    Wir haben hier also einen einfachen kausalen Zusammenhang: Unangeleinte Hunde – genervte Nichthundehalter. Und trotzdem findest Du es „nicht passend“, sich zu fragen ob das vielleicht bei einigen dieser Genervten zu Überreaktionen wie dem Auslegen von Giftködern führen könnte? Statt dessen sitzt Du anscheinend vor meinem Text und grübelst verzweifelt: „Wie kommt dieser Typ nur auf solche völlig abwegigen Gedanken?“

    Tja, was soll man dazu sagen?

    Würde das Gerücht aufkommen, auf Kinderspielplätzen seien vergiftete Bonbons gefunden worden – das wäre natürlich was ganz anderes….

    Freilich wäre eine solche klare Mordabsicht etwas ganz anderes. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Kinder sind unser Nachwuchs, Hunde nicht. Kinderspielplätze sind ausdrücklich für Kinder eingerichtet, die Elbwiesen (und vergleichbares) dagegen nicht ausdrücklich nur für Hunde vorgesehen.

  5. Ich verstehe nicht genau, was Du meinst. Klar sind Hunde nicht unser Nachwuchs, sie sind aber sehr wohl ein Teil einer Familie – für diejenigen, die sich einen Hund zugelegt haben. Es macht für MICH keinen Unterschied, ob jemand mein Kind oder meinen Hund töten möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du das als Nicht-Hundehalter nicht nachvollziehen kannst. Du solltest vielleicht mal versuchen, auch die Hundebesitzer zu verstehen. Sie haben einen Begleiter, einen engen Freund, ein intelligentes Wesen an der eigenen Seite. Ein Mordversuch bleibt ein Mordversuch – und solche Argumente wie „Ist ja nur ein Tier“ finde ich eher traurig – höre so etwas aber häufiger von Leuten, die eben keine enge Beziehung zu einem Haustier pflegen.

    Dazu kommt: Viele Tausend Menschen zahlen Jahr für Jahre nicht wenig Hundesteuer. Die Stadt hält es aber nicht für nötig, wie in anderen Orten entsprechende Hundeplätze einzurichten – oder zumindest Stellen, wo man mit dem Hund frei laufen kann. Sind halt nur Hunde, keine Kinder…

    Andererseits kann ich Dich auch verstehen: Ich finde es auch nicht gut, wie manche Leute mit ihren Hunden umgehen, eine Erziehung versäumen und es entsprechend zu Vorfällen kommt – die andere dann gerne mal verallgemeinern. Beispiel: Ich räume IMMER und ÜBERALL den Kot meines Hundes weg. Trotzdem hat man das Gefühl, für die Haufen anderer Hunde verantwortlich gemacht zu werden. Es wird eben zu gerne verallgemeinert.

    Dass Du Dich in diesem Blogbeitrag auf gewisse Weise aufregst und Unverständnis zeigst, kann ich wie gesagt schon nachvollziehen. Ich denke aber auch, dass viele Hundehalter es gut finden, dass darüber informiert wird – auch wenn ich den DNN-Artikel wirklich nicht besonders gut fand und er unnötig Panik verursacht haben könnte.

    Ach, eines noch: Auf den Elbwiesen in genannten Stadtteilen darf man sehr wohl mit seinem Hund spazieren gehen. Ich denke auch nicht, dass das ein Problem ist, so lange jeder aufeinander Rücksicht nimmt. Das gilt auch für die Radfahrer (die das gerne total versäumen, da hab ich auch ohne Hund genügend schlechte Erfahrungen gemacht), Fußgänger, Eltern mit Kindern, Rentnern, im Winter Skifahrern etc. Wer auf die Idee kommt, Köder zu verteilen, muss schon ein ganz anderes Aggressionspotential bzw. einen enormen Hass haben. Normal ist eine solche Reaktion, auch bei Vorfällen, in meinen Augen nicht.

  6. Ehe wir uns hier völlig verzetteln und in das ausufernde Thema „Hundehaltung an und für sich“ abdriften, nochmal zurück auf Anfang: Es gibt also durch Dich eine (höchstwahrscheinlich falsche) Warnung vor für Hunde ausgelegten Giftködern. Was hast Du der DNN da eigentlich konkret geschrieben? Ich habe auf Twitter weder bei Dir noch bei der DNN einen Eintrag gefunden – bei der DNN lediglich den Hinweis auf den Artikel.

    Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, dass es entsprechende Vorfälle gäbe? Gibt es wenigstens einen konkreten Hinweis?

    Zu Deinen letzten Kommentaren:

    Hunde und Kinder sind völlig verschiedene Dinge, auch wenn sich manche Leute statt Kindern einen Hund zulegen (aber das ist ein anderes Thema). Es ist leider immer wieder zu beobachten, dass Hundebesitzer bei Kritik an ständigem Gebell oder freiem Herumlaufen ihrer Tiere sich damit herauszureden versuchen, Kinder dürften das ja auch. Ein absolut dämliches Argument! Ich als Terrarianer (ja, ich habe auch Haustiere) könnte frei im Haus herumkriechende Giftschlangen auch nicht damit entschuldigen, die Nachbarskinder dürften das ja auch. Ich kann auch keine lauten Baumfrösche halten, die mit ihrem Gequake nachts das ganze Haus aufwecken und nachher mit der Begründung kommen, das Baby der Nachbarn würde nachts auch schreien. Das sind völlig verschiedene Dinge! Hunde kann man sich zwar als „Teil der Familie“ zurecht definieren, aber sie sind zunächst nur Haustiere, nichts weiter. Genau wie Katzen, Meerschweinchen, Karnickel, Aquarienfische …

    Habe ich irgendwo gesagt, ich könne Leute gut verstehen, die Giftköder gegen Hunde auslegen? Nein. Ich habe das als Überreaktion bezeichnet und ich schrieb, dass es Tierquälerei sei. Habe ich geschrieben, dass ich es gut verstehen kann, wenn jemand Hunde umbringt? Nein. Habe ich irgendwo „ist ja nur ein Tier“ geschrieben? Und wie schon gesagt, ist offensichtlich auch überhaupt nichts passiert.

    Dass man auf den Elbwiesen mit seinem Hund spazieren gehen kann, weiß ich. Aber bitte angeleint! Dann gäbe es auch keinerlei Probleme mit anderen Leuten. Wir würden vielleicht auch irgendwann einmal wieder bestimmte Tiere dort sehen, die man auf den Elbwiesen noch sehen konnte, bevor in den 90ern alle Hundehalter zum leinenlosen Ausführen übergingen. Oder hast Du in den letzten 10 Jahren wenigstens einmal einen Fasan dort gesehen? Früher sah man die oft. Die sind alle vertrieben worden durch freilaufende Hunde. So viel zur Tierliebe von Hundehaltern. Hundehalter fokussieren ihr bisschen Tierliebe auf ein einzelnes Tier und vergessen darüber alle anderen. (Es gibt ja auch immer mal wieder Berichte über von Hunden zerfleischte Rehe in der Heide und am Elbhang.) Eine Leine ist die Lösung der meisten potentiellen Probleme mit Hunden und vermittelt anderen Leuten auch, dass nichts passieren wird. So entsteht ein viel besseres Verhältnis untereinander. Und eine Leine ist auch ein Schutz für den Hund, weil er dann nicht mehr unkontrolliert in irgend etwas giftiges oder vergammeltes hineinbeißen kann. Es könnte ja wirklich mal irgend ein Idiot Gift nur gegen Ratten ausgelegt haben. Mit einer Leine schützt man seinen Hund vor solchen Dingen.

  7. Ich sag doch: Du verstehst nicht die Zuneigung zu einem Hund, wenn Du keinen besitzt. Als Halter von Terrarientieren kannst Du gewiss nicht im Ansatz die gleiche Bindung wie zu einem Hund aufbauen. Von daher sehe ich es auch als problematisch an, eine sachliche Diskussion zu führen, eben weil ein Hund für Dich ein Haustier ist, nichts weiter. Auf der anderen Seite würdest Du vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, eine Schlange in einen Schuhkarton zu stecken, oder? Das ist vergleichbar mit einem Hund, der sein ganzes Leben an der Leine verbringen muss.

    Du siehst offenbar eh nur die Extreme: Rehe-zerfleischende Hunde in der Heide. Klar, ist vorgekommen – wohl sogar letztens erst. Nur machen das deswegen alle Hunde? Können Hundebesitzer etwas für Menschen, die ihre Hunde aussetzen und diese dazu – typisch für ein Tier – dazu gezwungen sind, sich selbst Nahrung zu beschaffen? Und mal ehrlich: Fasane am Elbufer? Du gehst doch sicher auch öfter mal an die Elbufer? Bei Sonnenschein und am Wochenende? Dort treten sich die Menschen mit Kind und Kegel auch tot. Aber klar, die tragen dann keine Schuld, es sind die Hundebesitzer. 🙂 Wenn, dann müssten Gebiete komplett für Mensch und Tier gesperrt werden – was allein durch den Elberadweg ein Ding der Unmöglichkeit wäre.

    Was Dein „dämliches Argument“ betrifft: Ich weiß, was Du meinst. Von mir kommt sowas sicher nicht, ich finde es auch nicht gut, wenn Hundebesitzer zu viel durchgehen lassen, sich nicht mit ihrem Hund beschäftigen und der dann aus Langeweile Mist macht. Wie schon zuvor gesagt würden viele Probleme gar nicht erst entstehen, wenn jeder aufeinander Rücksicht nimmt – und das gilt nicht nur für Hundehalter und ihre Hunde.

    Und um wieder zum Thema zu kommen: Es gibt einen ganz konkreten Fall eines Giftköders, der von einem Hund gefressen wurde. Der wäre fast daran gestorben. Das ist zirka 3-5 Wochen her, mit einer Person, die diesen ausgeführt hat, sprach ich vor einigen Tagen. Die neuesten Gerüchte, die über Dritte verbreitet werden, besagen, dass weitere Giftköder gefunden wurden. Ich betonte (via Email), dass es sich um SPEKULATIONEN / GERÜCHTE handele, die nicht von mir bestätigt werden konnten. Auch das hab ich schonmal gesagt: Die Autorin hat unzureichend recherchiert, sie hat z.B. nicht die Tierärzte in der Umgebung angerufen oder mal direkt vor Ort Hundebesitzer gefragt. Ich bin davon ausgegangen, dass sich die DNN an journalistische Richtlinien hält, eine Quelle allein genügt niemals. Aber das konnte ich freilich nicht beeinflussen. Ein Hellseher bin ich noch nicht. 🙂

  8. Okay – es gibt also einen einzigen konkreten Fall, bei dem ein Hund vor 3 – 5 Wochen (klingt ja sehr konkret) etwas gefressen hat, woran er fast gestorben wäre. Hat der Halter gesehen, was der Hund da ganz konkret gefressen hat? Wenn nein (was ich vermute, sonst hätte er den Hund ja sicher am Fressen gehindert) – woher will er dann wissen, dass es ein vergifteter Hunde-Köder war? Vielleicht war es das Leichengift eines gefressenen toten Vogels oder weggeworfene Essensreste von Leuten, oder, oder, oder …

    Als Halter von Terrarientieren kann man nicht im Ansatz die gleiche Bindung wie zu einem Hund aufbauen – olala! Na Du musst es ja wissen … Das ist eben das Problem, dass einige Hundehalter in sehr verklärter, fast schon anbetender Weise über ihre Haustiere reden: Hunde sind etwas viel tolleres als alle anderen Lebewesen, eingeschlossen uns Menschen selbst. Vielleicht ganz gut, dass ich von meinen Tieren etwas entspannter rede. Der Vergleich mit der „Schlange im Schuhkarton“ und dem „Hund, der sein ganzes Leben an der Leine verbringen muss“ ist übrigens gar nicht so schlecht: Wenn ich einer Schlange kein ausreichend großes Becken zur Verfügung stellen könnte – ja, dann könnte ich sie eben nicht halten. So einfach ist das. Ich würde mir z.B. gern Landschildkröten halten. Geht aber nicht, weil die Tiere viel Fläche benötigen und ich diese nicht bieten kann. Also muss ich darauf verzichten. Einen Hund kann man sich meines Erachtens nur halten, wenn man ihm Auslauf bieten kann, wenn man also ein eigenes Grundstück hat. Dann wird er es auch ertragen, wenn er bei Ausflügen außerhalb dieses Geländes an die Leine muss. Wenn man einem Hund diese Bedingungen ausreichender Fläche aber nicht bieten kann, kann man sich eben keinen anschaffen. Ganz einfach. Es ist nicht logisch, von anderen Leuten zu erwarten, dass diese dann Rücksicht auf den Ausgleich falscher Haltungsbedingungen nehmen müssten.

    Wer sagt denn, dass Rehe-zerfleischende Hunde in der Heide von ihren Besitzern ausgesetzt wurden und sich nun Futter suchen müssen? Das ist Quatsch – es sind freilaufende Hunde, die einen Besitzer haben und in denen der Jagdtrieb ausbrach– ich habe es am Elbhang schon einige Male erlebt: Man stromert im Wald herum und entdeckt mit etwas Glück Rehe. Und nach einigen Minuten rennen diese plötzlich weg, kurz darauf stürzt irgendwoher ein Hund hervor, im Hintergrund hört man den Besitzer nach dem Tier rufen … . Der Hundebesitzer sagt sich später, na, hast du mal was aufgestöbert … muss ja auch mal sein! Nein muss nicht sein, denn die aufgestöberten Tiere haben dadurch einen ständigen Stress, weil in 30 min der nächste Hund „nur mal was aufstöbert“.

    Thema Elbwiesen: Ich erlebte und erlebe es hauptsächlich stromauf vom Blauen Wunder. Rechtselbisch konnte man früher hauptsächlich in Laubegast und Hosterwitz verschiedenste Vogelarten beobachten, von denen Fasane am leichtesten zu sehen waren. Ihr Rückgang fällt mit dem vermehrt unangeleinten Ausführen von Hunden zusammen. Die Elbwiesen sind tatsächlich ein Vogelschutzgebiet (außer zw. Blauen Wunder und Marienbrücke).

  9. Weggeworfene Essensreste oder tote Vögel sind für Hunde nichts lebensgefährlich. Im schlimmsten Fall bringen sie vielleicht Durchfall.

    Zum Rest: Weißt Du, ich bin wirklich sehr gerne bereit, vernünftig zu diskutieren. Ich habe aber keine Lust, auf Granit zu beißen und mir eine ständige Besserwisserei anzuhören. Du gehst auf ganz bestimmte meiner Formulierungen ein, um sie gegen mich anwenden zu wollen, unterstellst Dinge (Hunde sind Schuld am Rückgang der Vogelvielfalt – Menschen natürlich nicht, hm? Beweise, abgesehen vom subjektiven Empfinden?) und bezeichnest Aspekte als Quatsch, weil Du es ja besser wissen musst – ich aber nicht, hm? (Rehe reißende Hunde haben einen Besitzer, der sie lässt? Achja? Kennst Du die Hundehalter?). Nebenbei erwähnt: Wer seinen Hund „wildern“ lässt, gehört bestraft. Und ich habe mit keinem Wort gesagt, dass Hunde mehr wert seien als Menschen oder andere Tiere. „Da muss es ja einer wissen…“ .. achso? Du kennst mich? Du weißt, was ich für Tiere hatte/habe? Meine Güte.

    Um es für mich zu einem Ende zu bringen: Schreib an die DNN, vielleicht wird dort ein Volontär etwas drüber verfassen. Reg Dich hier in Deinem Blog über wasweißich auf. Wenn Du kein Interesse an einem sachlichen Dialog hast, sperre gleich den Kommentarbereich. Auf „ich-weiß-alles-besser-als-Du“-Kinderquatsch hab ich echt keine Lust.

    Eines zum endgültigen Abschluss: Ich habe hier mehrfach gesagt, was ich der DNN mitgeteilt habe. Ich sehe darin überhaupt kein Problem, schließlich dürfte die Presse tagtäglich Mails, Post, Anrufe bekommen. Es liegt nicht in meiner Verantwortlichkeit zu entscheiden, was mit dem Input geschieht. Also wärst Du im Vorfeld sachlich gewesen, hättest Du mich in Deinem Blogbeitrag gar nicht erst erwähnen müssen.

  10. Essensreste oder tote Vögel waren nur Beispiele, die mir spontan einfielen. Es wird schon mal irgendwo irgendetwas herumliegen, woran ein Hund leckt und was schädlich für ihn ist, ohne dass es gezielt für ihn hingelegt wurde. Da das aber wohl die Antwort darauf sein sollte, was denn bei dem einen Fall konkret verschluckt wurde: Du weißt es also nicht.

    Die Sache mit dem auf-Granit-beißen beruht ein wenig auf Gegenseitigkeit. Ist aber egal – müssen wir nicht weiter analysieren. Übrigens rege ich mich nicht auf, sondern bin schon ehrlich gespannt darauf, wie lange sich das aktuelle Märchen von den Gift-Ködern an der Elbe halten wird.

    Eine Sache noch: Dass Menschen keine Störungen für Wildtiere und Vögel hervorrufen, habe ich gar nicht gesagt. Das hast Du mit eingeworfen, um den durch Hunde in der Beziehung angerichteten Schaden klein zu reden. Menschen suchen aber nicht gezielt nach Wildtieren und rennen denen hinterher (zumindest nicht im Normalfall). Menschen erschnuppern auch keine Nester von Bodenbrütern um dann mal alles kaputt zu lecken oder zu beißen. Menschen zertreten das bestenfalls mal versehentlich, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dafür wesentlich geringer. Ich könnte Dir gern einige links auf Dokumente zu diesem Thema heraus suchen, allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass Dich das wirklich interessieren würde. Ansonsten: Einfach mal bei Google „freilaufende hunde naturschutz“ bzw. „… vogelschutz“ eingeben.

  11. Ich wollt wirklich nichts mehr sagen, aber naja. Ich lasse übrigens gerne mit mir reden und bin in jedem Fall auch einsichtig. Aber als Hundebesitzer, der auch viele andere Hundehalter kennt, kann ich einfach nicht zu allen Deinen Äußerungen pauschal zustimmen. Selbstverständlich läuft viel schief, natürlich benehmen sich manche Besitzer nicht angemessen (im Umgang mit ihrem Hund, der dann z.B. andere Menschen belästigt etc., lässt seinen Hund wildern…), aber das heißt NOCH LANGE NICHT, dass alle Hundefreunde so sind. Für mich klingen Deine Äußerungen immer verallgemeinernd, und das ist unfair. Denn es ist doch klar (wie bei fast allen Dingen im Alltag): Positives fällt nicht auf, dafür wird Negatives hervor geholt und damit verdeutlicht, wie schlimm doch alles ist. Von den zigtausend Hundehaltern in Dresden sind die meisten vermutlich wirklich unauffällig und kümmern sich liebevoll um ihren Hund und ihr Umfeld (dass ihr Haustier z.B. niemanden stört) – aber das registriert ja niemand. Genauso finde ich es unsinnig zu sagen, dass Hunde immer an der Leine laufen müssen. Bitte, beobachte doch einfach mal ein paar Hunde, z.B. an der Elbe. Es sind doch längst nicht alle wilde Bestien, die Vögel, Rehe, Kinder jagen… 😉 Allgemein begrüße ich es auch, wenn mich Nicht-Hundehalter auf Dinge hinweisen, die ihnen nicht passen. Aber auch hier gilt: Der Ton macht die Musik. Ich hab, so lange ich meinen Hund habe, viele interessante Gespräche geführt. Viele Menschen waren aufgeschlossen, interessiert und neugierig – warum ich z.B. einen Hund halte. Und andere dagegen sind im Vorfeld enorm aggressiv und zeigen sogar einen regelrechten Hass – und das, obwohl mein Hund nicht einmal etwas macht. Ich könnte da leider eher traurige Geschichten erzählen, die ich so erlebt habe – auch mit dem Hund an der Leine. Beschimpfungen, Beleidigungen, absichtliches Angriffsverhalten von Passanten – alles schon vorgekommen. :/

    Und klar interessieren mich die Links. Also immer her damit, wenn Du was ganz Spezielles parat hast (ansonsten google ich mal, das Thema ist wichtig, logo). Ich kann auch nur für mich sagen, dass ich ständig, pausenlos und quasi immer aufpasse, was mein Hund tut. Ich mag die Natur und will sie nicht schädigen. Ja, das geht auch mit Hund. Was das „versehentliche Zertreten von Nestern“ durch Menschen betrifft: Dann lassen die Menschen vermutlich versehentlich auch UNGLAUBLICH VIEL MÜLL an der Elbe liegen, oder? Ich bin regelmäßig mit meinem Hund draußen – wenn Du magst, kann ich Dir gerne in den nächsten Tagen mal ein paar Fotos schicken, was die Menschen mit der Natur machen. Hier an der Elbe lagen erst kürzlich ein Bierfass, zig Plasikbecher, Plastikflaschen, Windeln (!!), Grillreste (Einweggrill) herum. Sicher auch ganz toll für Vögel. 🙁

    Und auch ich hoffe, dass die Giftköder nur ein Gerücht waren. Am liebsten wäre es mir, sowas würde nie vorkommen. Ist aber nicht der Fall, siehe z.B. die Webseite GIftköder-Alarm.de und einige andere.

  12. … aber das heißt NOCH LANGE NICHT, dass alle Hundefreunde so sind. Für mich klingen Deine Äußerungen immer verallgemeinernd, …

    Habe ich irgendwo geschrieben „alle Hundebesitzer“ …? Im Artikel frage ich: „Ist diese Verhaltensweise einiger Hundebesitzer nicht vielleicht genau der Grund für solche Überreaktionen bei Hundegegnern?“ Ich habe also definitiv nicht von allen gesprochen, auch wenn ich anschließend bemerkte, „‘einige‘ sei dabei noch vornehm untertrieben“. Die Problemfälle sind Leute, die ihren Hund nicht erziehen und dann ohne Leine, also unkontrolliert herumlaufen lassen. Solche Hunde könnten auch unkontrolliert herumliegendes Zeug fressen, was ihnen schadet. Daran wären solche Besitzer dann selbst schuld.

    Ein Nachbar von mir hat zwei Hunde. Der eine wird immer unangeleint ausgeführt, aber er pariert und bleibt in der Nähe des Besitzers. Kein Problem für mich. Er hat seit einer Weile noch einen zweiten Hund. Da dieser noch nicht so gut gehorcht, bleibt er beim Ausführen an der Leine. So sollte es sein! Ich verstehe mich gut mit dem Mann. Eine andere Nachbarin dachte, ihrer Tochter unbedingt einen Hund zum Geburtstag einen Hund schenken zu müssen, ohne die Folgen zu bedenken. Das Tier war sehr schnell größer als die Tochter und konnte von ihr unmöglich noch ausgeführt werden. Da die Mutter sichtlich wenig Lust hatte, das selbst zu erledigen, durfte das Riesen-Vieh (O-Ton der restlichen Nachbarschaft) bald allein seine Runden durch die Umgebung drehen. Sehr verantwortungsvoll! Wer schlau war, ging in den Zeiten besser nicht joggen. Ganz nebenbei: Das arme Tier jaulte tagsüber stundenlang vor sich hin, weil es allein in der Wohnung eingesperrt war. Als der Hund dann jemandem abgegeben wurde, gab es ein allgemeines Aufatmen bei allen Anwohnern. Das ist ein deutlich negatives Beispiel. Ich könnte noch mehr aufzählen (weil die nun einmal im Gedächtnis bleiben), stattdessen möchte ich betonen, dass es auch sehr vernünftige Hundehalter gibt, die ihren Tieren in öffentlichen Verkehrsmitteln oder belebten Straßen sogar Maulkörbe anlegen. Das vermittelt allen Anderen: Fein, hier wird es definitiv nicht zu Problemen kommen. Alle sind zufrieden, es gibt ein vernünftiges Miteinander. Leider sind diese Maulkorb-mitführenden Halter die Ausnahme, deshalb fallen sie so auf.

    Allgemein begrüße ich es auch, wenn mich Nicht-Hundehalter auf Dinge hinweisen, die ihnen nicht passen. Aber auch hier gilt: Der Ton macht die Musik.

    Wenn das stimmt, bist Du die eine der wenigen Ausnahmen. Die Frage „Könnten Sie Ihren Hund bitte an die Leine legen?“ stelle ich schon gar nicht mehr, da sie immer falsch beantwortet wird. Ich beobachte aber gern die entsprechenden Versuche anderer Passanten. Die korrekte Antwort im Sinne der Fragestellung wäre „ja“ (oder natürlich auch „nein“). Wenn man Glück hat, wird dem Hund mit einem genervten Augenverdrehen tatsächlich die Leine angelegt. Ansonsten kommen meist Antworten wie „der tut nichts“, oder „der will nur mal schnuppern“. Danach hat man aber gar nicht gefragt. Man hat nicht gefragt: „Was wird Ihr Hund als nächstes tun“ oder „wie tief kommt der mit seinen Zähnen rein?“ oder ähnliches. Der Klassiker „der will nur spielen“ ist wahrscheinlich Hundehaltern inzwischen wahrscheinlich selbst zu albern geworden, denn das hört man kaum noch. Die blödeste Antwort, die ich jemals auf diese – wirklich nicht pampig gestellte – Frage bekam (und das war dann mein letzter Versuch): „Warum? Sie legt man doch auch nicht an die Leine!“ Der Ton macht auch in der Gegenrichtung die Musik.

    Und andere dagegen sind im Vorfeld enorm aggressiv und zeigen sogar einen regelrechten Hass – und das, obwohl mein Hund nicht einmal etwas macht. Ich könnte da leider eher traurige Geschichten erzählen, die ich so erlebt habe – auch mit dem Hund an der Leine. Beschimpfungen, Beleidigungen, absichtliches Angriffsverhalten von Passanten – alles schon vorgekommen. :/

    Nicht schön für Dich, aber da scheinen die Betreffenden wohl vorhergehende schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Ohne solche kommen keine von Dir erwähnten Reaktionen zustande. Ich nehme an, dass solche Ereignisse immer kamen, wenn Du Deinen Hund unangeleint hattest …?

    Und klar interessieren mich die Links. Also immer her damit, wenn Du was ganz Spezielles parat hast

    Beispiel aus Dresden, Ostragehege: Studie zum Wachtelkönig. Diese wurde allerdings von der Grünen Liga in Auftrag gegeben, die Material gegen die Waldschlösschenbrücke brauchte. Insofern ist das etwas mit Vorsicht zu lesen. Interessant ist es aber, wenn es nebenbei mit um das Ostragehege geht, wo die Vögel wirklich vorkommen. Einfach Suchfunktion (STRG+F) benutzen und nach „hund“ suchen. Es gibt auch eine Stellungnahme zu einer früheren Studie, die nicht wie erwünscht ausfiel und deshalb nicht mehr online ist. Ansonsten reicht es wirklich, die bereits erwähnten Suchbegriffe zu nutzen (ich würde das jetzt auch tun um etwas herauszusuchen.)

    Dann lassen die Menschen vermutlich versehentlich auch UNGLAUBLICH VIEL MÜLL an der Elbe liegen, oder? (…) Plasikbecher, Plastikflaschen, Windeln (!!), Grillreste (Einweggrill) herum. Sicher auch ganz toll für Vögel.

    Ja, selbstverständlich gibt es auch völlig andere Problemquellen für Vögel und Wildtiere. Unter anderem zunächst einmal uns Menschen. Dass speziell die Elbwiesen kein perfekter Lebensraum für Vögel sein können, ist auch klar. Mitten in einer Stadt ergeben sich da gewisse Einschränkungen, zu denen auch ich selbst als Radfahrer und drachensteigenlassender Vater schon mit beitrug. Aber hier ging es konkret um Hunde und ich wies darauf hin, dass nicht angeleinte Hunde Probleme erzeugen. Solche vorhandenen Kritikpunkte beseitigt man nicht mit dem Hinweis, dass vergleichbare Probleme ja auch noch durch ganz andere Ursachen entstehen. Wenn man so heran geht, kann man auch gleich mit AKW oder dem Klimawandel oder der Gefahr durch Klingonen kommen 😉

    Und auch ich hoffe, dass die Giftköder nur ein Gerücht waren. Am liebsten wäre es mir, sowas würde nie vorkommen. Ist aber nicht der Fall, siehe z.B. die Webseite GIftköder-Alarm.de und einige andere.

    Ja, ich weiß, dass es tatsächlich bereits derartige Fälle gab, zuletzt wohl in Leipzig. Wie schon erwähnt finde ich das falsch. Interessanterweise ist Deine Meldung nun auch bereits bis auf giftkoeder-alarm.de vorgedrungen. Ich hoffe, es ist in Deinem Sinn einer unaufgeregten Nachrichtenverbreitung und Panikvermeidung, dass ich dort auch eine kurze relativierende Notiz hinterlassen habe.

  13. Ich weiß nicht, ob ich bzw. wir (meine Freundin und ich) zu den Ausnahmen gehören. Wir kennen viele Hundebesitzer und etliche verhalten sich – in unseren Augen – auch sehr verantwortungsbewusst. Ich wurde auch schon gelegentlich darum gebeten, den Hund anzuleinen. Dem gehe ich nach, selbstverständlich. Wenn man mit den Leuten reden kann, frage ich gerne auch mal, wieso dies gewünscht wird. Oft ist es eine Angst vor Hunden, fast immer gibt es dafür nicht einmal Gründe – halt Phobien, wie es sie ja auch bei Schlangen, Spinnen, Kindern (:) ) gibt. Aber ich denke, viel hat sich an der Wahrnehmung allgemein geändert. Teils haben wir es schon erlebt, dass Kinder schreiend (!) vor unserem Hund wegrennen – dabei sieht unser Hund alles andere als furchteinflößend aus. Nicht einmal die Eltern verstehen das. Dazu kommt ja auch die Medienberichterstattung, wenn dann von Kampfhunden und Angriffen auf Menschen die Rede ist. Das ist furchtbar, keine Frage. Aber zuletzt die Sache in Hannover vor einigen Wochen. Dort wurde die einseitige Berichterstattung regelrecht deutlich: SternTV bei RTL wollte nur die Seite des Kampfhundes (oder verhaltensgestörten Hundes..) zeigen, nicht die andere. In seriöseren Reportagen/Artikeln wurden andere Inhalte aufgegriffen, zum Beispiel die Seite des Opfers, der inakzeptable Verhalten des Besitzers usw. Wir kennen das ja allgemein: Berichte müssen Aufsehen erregen, da bleiben Informationen gerne auf der Strecke. Da ist die DNN ja auch keine Ausnahme. 🙂

    Bzgl. den Klingonen. 🙂 Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass wir – wenn wir sachlich bleiben – nicht die Schuld auf eine Ursachenquelle schieben können. Es ist in meinen Augen nicht fair, wenn man sagt: Es gibt keine Fasane mehr, weil die Hunde seit den 90ern n icht mehr überall angeleint werden. Es spielen immer viele Faktoren eine Rolle. Direkt auf Hunde bezogen stimme ich aber zu: Wenn einer nicht richtig erzogen ist oder der Hundebesitzer nicht mehr in der Lage ist, diesen zu kontrollieren (siehe Dein Beispiel), dann muss eine Lösung gefunden werden, um 1. Probleme nicht entstehen zu lassen und 2. keine Gefahr für NAtur, Menschen, Umwelt noch zu fördern.

    Zu den bisher verbalen Angriffen auf mich und meinen Hund: Nein, nein. Er war oftmals ganz korrekt angeleint, zum Beispiel am Elberadweg. Dass mir dann noch hinterher gerufen wird, ich wäre ein Schwein, ich solle meinen Köter (O-Ton) gefälligst woanders ausführen (und es war genügend Platz und der Hund lief an der Leine am Wegesrand!) und so weiter sorgte bei mir schon für Unmut. Ich habe nichts getan (Hund auch nicht) und werde beschimpft? Richtig übel haben sogar manche Skifahrer im Winter reagiert, die an der Elbe jede noch so kleine Abfahrtmöglichkeit (allein das schon ist ein Witz) nutzen, um absichtlich (ja, kein Scherz!) in eine Hundegruppe mit Besitzern hinein zu fahren (das war echt nen schockierendes Erlebnis). Pauschalisieren kann man das freilich nicht, es gibt auch genügend nette Leute, die mal ankommen, um unseren Hund zu streicheln, gerne ein wenig über die Hundehaltung plaudern etc. Aber auch hier fallen die negativen Erlebnisse auf und im Gedächtnis. Ob diese schon negative Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, weiß ich nicht. Aber man kann doch nicht alle über einen Kamm scheren? Mach ich doch bei Radfahrern, Skifahrern, Eltern mit Kinderwagen, Rentnern auch nicht?

    Zum Ostragehege: Ja, davon hörte ich schon vor einiger Zeit. Dort gehen wir z.B. wohlwissentlich gar nicht wandern/spatzieren. Eine dort ansässige Hundeschule wies uns darauf hin (als wir in dieser Schule waren), dass dies eine Art Vogelschutzgebiet sei. Aber klar, gibt noch genügend andere Leute, die ihre Hunde da laufen lassen…

    Bzgl. Giftköder-Alarm: Na, das war doch eh mein Wunsch, eine normale, sachliche Beichterstattung ohne Panik. Das hab ich ja mehrfach hier betont. Wäre ich Autor bei der DNN Online, es hätte solch einen Artikel dort nie in dieser Form gegeben. 🙂

    Um es zu betronen: Auch mein Hund hat sich hier und da nicht perfekt benommen. Stelle ich das fest, such ich die Ursache und eine Möglichkeit, dies zukünftig zu vermeiden. Meist trage ich selbst die Schuld für ein Fehlverhalten, z.B. wenn ich nicht 100%ig aufmerksam war. Ich kenne aber leider auch Hundehalter, die das nicht tun. Darüber ärgere ich mich sehr, wenn sie ihren Hund z.B. an der Elbe „einfach laufen lassen“ und offenbar dort lieber spazieren gehen, um sich mit anderen zu unterhalten, statt sich mit ihrem Hund zu beschäftigen. Da frage ich mich ernsthaft, wieso sie sich einen Hund zugelegt haben. Die Motive dafür sind ja die unterschiedlichsten, ich sehe meinen Hund als Freund, Begleiter und als Möglichkeit, zum einen an die frische Luft zu kommen und zum anderen um Dinge zu entdecken, die ich als Stadtmensch vielleicht so nie gesehen oder erlebt hätte. Für andere ist es z.B. nur ein Mittel, um sozial nicht zu vereinsamen oder tatsächlich als Kinderersatz. Das muss nichts Schlimmes sein, wenn man sich trotzdem mit seinem Hund auseinander setzt, sich mit ihm beschäftigt und versteht, dass es sich um ein Tier mit Bedürfnissen, Wünschen und besonderen Eigenschaften/Talenten/Schwächen handelt. Als Stadtbewohner habe ich auch nicht das Bedürfnis, einen Wach- oder Jagd- oder Hütehhund zu halten und diesen in seinen Eigenschaften zu fördern. Naja, das ist allgemein auch wieder ein großes Thema….

  14. @Sven: Ich glaube Dir gern, dass Du ein verantwortungsvoller Hundehalter bist. Leider habe ich beim Lauftraining gerade an der Elbe viele gegensätzliche Erfahrungen mit Hundehaltern machen müssen. Als Läufer hat man nur ganz dünne Kleidung am Leib und ist praktisch ungeschützt gegen einen Hundeangriff. Am Elbufer auf der Neustädter Seite zwischen dem Blauen Wunder und der Albertbrücke sind 90% der Hunde nicht angeleint und viele Besitzer kümmern sich kaum darum, was ihr Tier gerade tut. Mehrfach war ich in Situationen, wo die Besitzer sogar gesehen haben, dass der Hund mich verfolgen wollte. Vielleicht sollte ich noch sagen, dass ich mich beim Lauftraining grundsätzlich sehr zurückhaltend verhalte und wirklich keinem Hundehalter, Walker oder Radfahrer zu nahe trete. Was kann ich als Läufer tun, um Ärger mit freilaufenden Hunden zu vermeiden?

  15. @Stefan: Um ehrlich zu sein war ich noch nie auf „Deiner“ Seite bei der Neustadt mit meinem Hund.

    Ich finde es wirklich schlimm, wenn sich Hundebesitzer quasi gar nicht um ihre Hunde kümmern und die sich dann Richtung Läufer, Fahrradfahrer etc. bewegen. Das machen sie zum Teil aus Langeweile, zum Teil aus ihrem spielerischen Jagdtrieb heraus. Hast Du denn schon einmal versucht, mit Hundehaltern zu sprechen, sie freundlich darauf aufmerksam zu machen? Mit Wut und Aggression kommt man allgemein schwer weiter, da köcheln nur die Emotionen hoch.

    Ansonsten: Ist denn schon etwas Konkretes vorgefallen? Was haben die Hunde gemacht? Sollte ein Hund von größerer Entfernung Dich wahrnehmen und sich in Deine Richtung bewegen, ist es empfehlenswert, stehen und ruhig zu bleiben. Nicht herumschreien, nicht mit den Händen fuchteln – das finden Hunde ja gerade interessant und toll.

    Aber das ist natürlich keine richtige Lösung, klar. Hm, echt doof – weil genau sowas führt ja zu den Meinungen der Nicht-Hundebesitzer, dass Hunde angeleint werden sollten…dabei liegt es IMMER an den Haltern. 🙁

  16. Ich kenne überhaupt keine Aggression gegen Hundehalter oder Hunde. Lauftraining ist aber wenig effektiv, wenn man dauernd stehenbleiben muss. Und ehrlich gesagt: wenn ich mir jetzt vorstelle, in Sportkleidung auch noch eine Diskussion mit Hundehaltern zu führen, dann kann ich das Lauftraining wohl ganz vergessen …

    Fuchteln und Schreien kommt nicht vor. Was ich meist versuche: ich nicke den Hundehaltern freundlich zu und bedanke mich auch, wenn sie ihre Tiere zur Ordnung rufen.

    Die Neustadt ist übrigens nicht die Elbseite, auf der ich wohne. Aber wenn man an der Elbe mal eben 15 Kilometer laufen will, dann dreht man ja normalerweise eine Runde über zwei Brücken und läuft an beiden Ufern. Und auf der Neustädter Seite ist es besonders schlimm.

  17. PS: Was haben die Hunde gemacht? Im schlimmsten Fall rennen größere Hunde halt hinter mir her, obwohl ich nicht auf ihre Hundehalter zulaufe und auch nicht ihr Futter in Gefahr bringe. Ich weiß ja, dass man einen Hund nie in die Enge treiben darf und dass man sich nie seinem Futter nähern sollte.

  18. @stefanolix Hm, ne. Die Hunde werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bedroht fühlen, sondern sich entweder langweilen oder Dein Lauf als potentielles Spiel ansehen. Da gehts eigentlich nur selten um Futter. Aber welches Problem hast Du denn genau? Dass die Hunde den Weg versperren oder hinter her rennen? Kommen die Hunde denn nah zu Dir heran?

    Oder mal anders gefragt: Was stört Dich am meisten? Dass die Hunde allgemein da sind oder Du Dich gestört fühlst? Was würdest Du Dir wünschen?

    Ich für meinen Teil bin mit den Jahren sehr umsichtig geworden. Kommen Fahrradfahrer, Jogger oder auch Fußgänger in die Nähe, reagiere ich darauf – abhängig von der Notwendigkeit (am Wegesrand stehen bleiben und den Hund ins Sitz bringen, anleinen, sich entfernen etc.). Klar, ich bin auch nicht perfekt und es kann natürlich zu Schwierigkeiten kommen – aber das sind unberechenbare Faktoren, die auch ich nicht einkalkulieren kann (jetzt gar nicht mal auf meinen Hund bezogen, sondern auf Situationen). Gar nichts zu machen als Hundebesitzer – das finde ich – pardon – Scheiße.

  19. Ich bin kein langsamer Läufer (Halbmarathon knapp unter 1:30), aber mit einem Schäferhund kann ich nicht mithalten 😉

    Wenn der Hund also so nahe kommt, dass ich seine kalte Nase fast an meiner nackten Wade spüre oder wenn er mich beim Überholen streift, dann ist für mich eine gewisse Distanz verletzt. Da erwarte ich einfach vom Halter oder von der Halterin ein klares »Hasso, hierher!« oder was auch immer das passende Kommando ist.

    Mich stört überhaupt nicht, wenn die Hunde friedlich die Elbwiesen beschnüffeln und mich stört noch nicht mal, dass sie im Waldpark ihr Geschäft verrichten. Ich bin aber der Meinung, dass in jeder Situation der Halter voll verantwortlich ist und dass man einen großen Hund eben nicht nach dem Prinzip »Laissez-fair« führen kann.

  20. Boah, wenn Hunde quasi hinterher laufen oder ganz nah dran sind: Das geht echt zu weit. Die Halter müssen ihren Hund rechtzeitig zurück rufen! Sicher, in schwierigen Situationen kann es sozusagen zur Konfrontation kommen, aber das sollte in der Regel nicht geschehen, wenn die Besitzer ihren Hund im Auge behalten. Was ihre Pflicht ist! :/

    Es ist schwierig zu sagen, wie man darauf richtig reagieren soll. Klar, am sichersten ist es, stehen zu bleiben (wobei davon auszugehen ist, dass die Hunde nichts Böses im Sinn haben), aber das ist natürlich beim sportlichen Laufen ungünstig. Du könntest höchstens rechtzeitig den Haltern zurufen? Aber das ist vermutlich auch nicht so optimal beim Rennen? Man…echt doof von den Haltern dort. 🙁

    Unabhängig davon find ich es auch nicht so toll, wenn die Hunde ihre Haufen in Parkanlagen machen. Mich persönlich stört das schon – viel schlimmer ist es auf den Straßen. Das geht gar nicht – und da fühle ich mich auch als Hundebesitzer alles andere als gut….

  21. Rechtzeitig den Haltern etwas zurufen geht aber meistens nicht, weil (ich erlebe die Situation häufig genug) in solchen Fällen oft noch nicht einmal klar ist, wo der Halter ist. Plötzlich ist da ein Hund und dann muss man erst einmal suchen, wo der dazugehörige Halter ist. Umgekehrt ist es übrigens genauso (typische Situation an der Elbe zw. Loschwitz und Wachwitz): Es läuft ein Mensch mit umgehängter Hundeleine den Weg entlang. Das bedeutet für alle Anderen, dass da anscheinend auch noch irgendwo ein Hund herumstromert. Aber wo? Ich bin immer ganz froh, wenn ich den Hund schön weit weg am Ufer entdecke. Glücklicherweise ist diese umgekehrte Situation (Mensch ohne Hund auf dem Weg) dort die häufigere.

  22. Mein Kind:
    * scheißt und pinkelt nicht auf die Wiese
    * versucht nicht, mit gaaanz viel Speichel die Hände fremder Leute abzulecken
    * versucht nicht, Essen von fremden Picknicks zu klauen
    * beißt Läufern nicht in die Wade
    * steht nicht rum und bedroht laut bellend andere Leute

    Deswegen muss ich es nicht anleinen.

  23. @tomaskatz: Ahso? Das heißt, wenn mein Hund Deine Klischee-Beschreibungen nicht vollständig erfüllt, muss ich ihn auch nicht anleinen. Richtig?

    Und was ist, wenn Eltern die Windeln ihrer Kinder auf den Elbwiesen wegschmeißen? Ist das ein Grund, ein Kind anzuleinen? 🙂

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