Der will nur mal schnuppern!

Heute früh habe ich wieder einmal darüber nachgedacht, mir einen Dazer zu kaufen. Ich eröffnete die Saison der gelegentlichen Morgen-Waldläufe. Es begann mit einem Rekord. Nein, dieser betraf nicht die gelaufene Mindestzeit – die messe ich mangels Interesse gar nicht – sondern die Zahl freilaufender Hunde. 4 Exemplare. Beim ersten lief ich so gedankenverloren den Berg hoch, als ich von oben eine Stimme hörte: „Keine Angst – der will nur mal schnuppern!“. ‚Wer will nur schnuppern?‘, dachte ich und erblickte ein mich interessiert anhechelndes Mitlebewesen vor mir auf dem Weg. Natürlich unangeleint. Da man sich als Nichthundehalter selbstverständlich perfekt im Umgang mit dem nicht gehaltenen Tier auszukennen hat, sah ich dem Hund nicht in die Augen und tat so, als sei er gar nicht da. Die Arme ließ ich schön unten, denn einen hochgerissenen Arm könnte ein Hund bekanntlich missverstehen als: „Der will mich schlagen“. Man soll auch vor Hunden nicht weglaufen (das könnte den Jagdtrieb auslösen). Wenn man speziell zum Rennen unterwegs ist, führt das zu der spannenden Phase, wenn man den Hund gerade passiert hat und nun eigentlich nichts anderes machen kann, als von ihm wegzurennen.

Das gute Tier wollte aber wirklich nur schnuppern. Den nächsten sah ich gar nicht, er musste aber vorhanden sein, weil eine Joggerin in den Wald hineinrief: „Max?! Maahax! Komm …“ Doch Max kam nicht. Er war sicher schwer beschäftigt mit der Suche nach den ersten Bodenbrütern. „Da brauchen Sie gar nicht so mit dem Kopf schütteln“, meinte sie vorwurfsvoll zu mir, was ich mit einem „Guten Morgen“ beantwortete. Doch dann sah ich ein Stück vor mir einen Schäferhund aus dem Wald kommen. Ach, da schien Max sich also herumgetrieben zu haben. Doch dann stellte sich heraus, dass das schon Nr. 3 war. Sein Herrchen lief ein Stück weiter vorn mit dem Rücken zu mir und dem Hund. Hatte also Null Kontrolle über seinen Liebling. Glücklicherweise musste ich kurz vorher links abbiegen. Dort kam Nummer 4. Irgendwie sieht man Hunden an, ab sie gut erzogen oder an entgegenkommenden Menschen desinteressiert sind. Dieser gehörte eindeutig in diese Kategorie. Seine Besitzerin lief auch direkt neben ihm.

Aber es nervt trotzdem! Sollte man sich etwas zur potentiellen Abwehr zulegen? Pfefferspray finde ich fies und auch so eine Ultraschallkanone gefällt mir nicht richtig. Denn erstens gibt es noch andere Tiere im Wald, die das stören könnte und zweitens können die Hunde ja gar nichts dafür, dass ihre Besitzer sich falsch verhalten. Insofern verwerfe ich solche Kaufüberlegungen jedes Jahr erneut.

Allerdings fiel mir dabei auch wieder ein, dass ich meinen seit Monaten unter „Entwürfe“ liegenden Text zum Thema „Warum echte Tierfreunde ihre Hunde im Wald an die Leine legen würden“ endlich einmal fertig stellen sollte.

3 Kommentare:

  1. Ich kann dich sehr gut verstehen und mir geht es zwar nicht beim laufen aber beim radfahren auch immer so.

  2. Erst leckt sich das Vieh die Genitalien, dann frisst es seine oder ander Scheißhaufen und dann kommt es mit seiner kontaminierten Schnauze zum „schnuppern“ in Kontakt mit
    meiner frischgewaschenen Kleidung… tolll… Des Vieh braucht Auslauf…muß lt. Verordnung aber an die Leine, kommt der Besitzer da nicht nach ?

  3. Ist er zu langsam ?

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