Radfahren bei den Straßenverhältnissen …

„… müssten Se‘ verbieten, sowas! Kreuzgefährlich!“ Solche Sprüche durfte ich mir in den letzten Wochen oft anhören, wenn ich irgendwo ankam und mein Fahrrad abstellte. Jedes Mal antwortete ich dann sinngemäß, das ginge durchaus, wenn man sich etwas anpasst. Mit einem 28er würde ich momentan auch nicht fahren, das sei schon gefährlich, aber wenn man ein Mountainbike mit passender Bereifung und etwas verringertem Luftdruck nimmt, ist das alles machbar. Unberäumte Nebenstraßen zu befahren, sei ungünstiger als saubere Hauptstraßen und an manchen Stellen müsse man eben doch einmal Fußwege benutzen. Keine hektischen Lenkbewegungen machen, Kurven nicht zu eng nehmen – da ist nichts gefährlich.

„Aber wenn Du im Auto kommst, und so ein Typ schlingert da vor Dir herum … wenn der hinfällt, kannst Du nicht mehr bremsen!“, hörte ich weiterhin. ‚Dann hast Du als Autofahrer den Sicherheitsabstand nicht eingehalten‘, hätte ich gern geantwortet, aber ich hatte meist wenig Lust auf Streit.

Wieso kaufte ich mir gestern trotzdem eine Monatskarte, um ab sofort Bus zu fahren? Weil ich vorher bei der Heimfahrt auf einer völlig harmlos erscheinenden Straße (gut beräumt, keine Schlaglöcher, keine Dellen und Risse im Asphalt) beim Geradeausfahren völlig unabsehbar ausrutschte und hinfiel. Als ich unten lag, sah ich auch deutlich den Grund: Alles völlig vereist. Was auch an vielen anderen Stellen so war, wie mir anschließend auffiel. Glücklicherweise kam kein Autofahrer direkt hinter mir, denn der hätte tatsächlich schlecht bremsen können.

Ich gestand mir ein: Auch bei diesem Wetter noch Radfahren zu wollen, ist tatsächlich etwas selbstmörderisch. Muss nicht unbedingt sein. Manchmal sollte man doch auf die Erwachsenen hören.

7 Kommentare:

  1. Mit etwas Phantasie kann man auch selbst drauf kommen. Ich hab aber gesehen, dass es inzwischen Spikes-Reifen gibt für MTB, damit sollte auch der zugefrorene See kein Problem mehr sein. So zwischen die Schlittschuhfahrer durch. Macht genausoviel Laune und imponiert den Leuten genauso wie im Sommer durch die Fußgängerzone. Immer cool. Hat du Problem, eh?

  2. Ja, aber diese Reifen mit Spikes sind doch eher etwas für Geländefahrten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die für den Einsatz in Städten – also auf Asphalt – geeignet sind.

  3. Hab ich, geht schon!

  4. Klackert das beim Fahren nicht auf dem Asphalt?

  5. Ich fahre seit Einsetzen des Frosts komplett mit Spikes. Es ist einfach nur genial. Natürlich helfen sie nicht gegen tiefen Schnee, aber auf vereistem Untergrund fährt man wie auf trockenem Asphalt.
    Man sollte aber darauf achten, dass man mit möglichst geringem Luftdruck fährt und „ordentliche“ Spikereifen montiert. Unter 200 Spikes: no go. Das hatte ich letztes Jahr ausprobiert (~ 120 Spikes, immer links, rechts versetzt – der Grip ist bei weitem nicht so gut wie der eines 200-Spike-Reifens, der auf beiden Seiten der Lauffläche Spikes hat – ohne richtige Lücken).
    Für den Alltagsradfahrer sind ~ 200 ein guter Kompromiss. >300 gibt es auch, aber da sind so viele Spikes auf der Lauffläche, dass das Laufgeräusch auf Asphalt wohl recht hoch ist.
    Heute war in Berlin sicher extremes Wetter: morgens Blitzeis (Eis? wo? Durch die Spikes merkst du es fast nicht…), abends Sinntflut auf Eis. Da habe ich die Grenzen meiner Spike-Kombi bemerkt. Hinten habe ich nämlich den Marathon Winter montiert, der hat zwar auch ~ 200 Spikes, ist aber noch recht zivil, was das Profil angeht. Der Reifen ist an einigen Eisspurrillen etwas ins Rutschen gekommen. Der Vorderrad-Reifen Conti Nordic Spike 240 hingegen hat da deutlich mehr Grip. Dafür ist er auch für die Straße etwas grob und schwer.
    Dennoch: ich fahre seit einigen Wochen nur mit Spikes und bin sehr zufrieden.

  6. Naja – vielleicht ist das ja doch eine Idee dafür, was ich mir nächstes Jahr zu Weihnachten wünschen könnte …

    Jetzt habe ich wie gesagt erstmal eine Monatskarte abzufahren. Relativ teuer sind diese Reifen leider. Aber andererseits kostet eine Monatskarte etwa genau so viel.

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