20 Jahre Jugend-Öko-Haus

„Ach, Sie  schreiben etwas über uns?“, wurde ich gefragt, nachdem ich das Wort „Dokumentation“ erwähnt hatte. „Nein, ich mache nur einen kleinen Film“. Aber stimmt – warum eigentlich nicht auch etwas darüber schreiben? Schon, um schneller zu sein als die Kollegin von der SZ.

Nicht nur den Sächsischen Landtag gibt es nun seit 20 Jahren, sondern auch eine andere, ebenfalls wichtige Dresdner Einrichtung. Wichtig zumindest für Kinder und Jugendliche, die sich irgendwie für Natur interessieren. Fast jeder Dresdner ist schon davor entlang gekommen, wenn er im Großen Garten war.

 

 

Am Palaisteich befinden sich mehrere kleine Häuser, die sog. „Kavaliershäuschen“. Eines davon (wenn man von der Karcherallee kommt, das erste links) wurde etwas unauffällig vor 20 Jahren zum „Jugend-Öko-Haus“.

 

Diese Gründung hatte ihre Ursache darin, dass der Dresdner „Pionierpalast“ nach der Deutschen Wiedervereinigung freilich nicht mehr so heißen konnte und seinen korrekten Namen „Schloss Albrechtsberg“ zurück erhielt. In diesem Gebäude und auf dessen Gelände gab es aber viele Arbeitsgemeinschaften, die nun eine ungewisse Zukunft hatten. Die Naturkundlichen wurden in den Großen Garten umgelagert. Das hatte Vorteile. Aus heutiger Sicht zunächst den, dass es überhaupt geschah und der Bereich einigermaßen erhalten blieb. Weiterhin lag man so auch zentraler und war besser für Kinder erreichbar. Es hatte natürlich auch Nachteile, immerhin ist ein kleines Häuschen kein Schloss mehr.

Ich habe immer eine lockere Verbindung dahin gepflegt, weil ich selbst als Kind im Pionierpalast war. Erst in der AG „Heimtierhaltung“ und später dort, wo ich eigentlich hin wollte: „Junge Terrarianer“. Als dort eines Tages der letzte AG-Leiter plötzlich keine Lust mehr hatte und nicht mehr erschien, übernahmen ich und mein Freund Tom die Leitung. Heute würde man sagen, mittels learning by doing, aber wir lernten ja damals nur Russisch in der Schule. Das Schöne war: Obwohl es sich sehr DDR-gemäß Pionierpalast nannte, ließ man uns dort mit dem ganzen roten Kram rund um das Pionier- und FDJ-Unwesen weitgehend in Ruhe, so dass wir uns tatsächlich unserem „Viehzeug“ und (soweit in der DDR überhaupt möglich) ein wenig dem Naturschutz widmen konnten. Wer der Verursacher an  unserer politischen Isolation war, weiß ich noch nicht einmal, aber nachträglich hiermit: Vielen Dank! Irgendwann fiel Tom aus … warum eigentlich? Musste er zur Armee? Jedenfalls machte ich es dann allein weiter. Dann musste ich selbst zur Armee und Uwe Prokoph, den ich aus der Fachgruppe kannte, übernahm es. Er hatte seine Armeezeit schon weg, wodurch er bestens geeignet war. Außerdem hatte er bei der „Fahne“ angeblich sogar Glattnattern im Spind gehalten, also besaß er auch als Terrarianer gewisse Fähigkeiten.

Und das macht er heute noch. Also, nicht das mit den Glattnattern, sondern die Leitung des JÖH.

Das heutige Jubiläum war eine gute Gelegenheit, dies mit der Einweihung einer komplett neuen Terrarienanlage zu feiern. Die alte stammte aus Austellungen von 1982 und 85. Sie war zwar noch verwendbar, hatte aber inzwischen auch ihre Mängel.  Holger Wrzesinsky aus Klipphausen*, baute die neuen Becken. Der Mann macht das beruflich und das Erstaunlichste daran ist für mich, dass er keine Homepage besitzt. Aber er macht das wirklich gut. Es sind ja nicht nur die Becken, sondern auch die passenden und gut gestalteten Rückwände, die in mehreren Wochen Arbeitszeit entstehen. Ich würde hier gern einen Kontakt anbieten, aber er arbeitet wie gesagt offline. Ein Mann der Alten Schule.

(* wird so gesprochen, wie man’s schreibt. Also Wreschinski.)

Die folgenden Bilder stammen aus Videoaufnahmen, sind also technisch bedingt nicht so toll wie echte Fotos.

Eine Mitarbeiterin der SZ macht ein gestelltes Foto. Bei meinem Bild werden übrigens datenschutzrechtliche Aspekte eingehalten.

Ich will mich nicht über gestellte Fotos lustig machen. Das ist schon richtig so, etwas zu arrangieren, wenn es der besseren Aussage dient. Mal sehen, was morgen in der SZ steht. (Nachtrag: In beiden Dresdner Zeitungen stand nichts. Erst am nächsten Dienstag, dem 2.11. erschien der Artikel. Nun ja – der gute alte Handsatz in der Druckerei braucht seine Zeit …)

Schon oft fotografiert: Das Chamäleon des JÖH.

hier nochmal von vorn mit den wie üblich verdrehten Pupillen

Bartagamen

Kletternatter (ich habe vergessen, welche Art)

Smaragdeidechsen, Paar

Stachelschwanzwaran

5 Kommentare:

  1. Man lernt nie aus 😮 . Habe wirklich nicht gewusst, wie die Kavaliershäuschen genutzt werden. 20 Jahre Jugend Öko Haus – alle Achtung vor Uwe Prokoph. Es war sicher nicht immer leicht dieses Haus zu halten im immer währenden Kampf um Finanzen und um interessierten Nachwuchs.
    In punkto Pionierpalast muss ich Dir recht geben, es war eine Einrichtung, in der Kinder- und Jugendliche niveauvoll ihre Freizeit verbringen konnten. Auch ich kann mich nicht an irgendwelchen politischen Kram erinnern.

  2. In welcher AG warst Du denn?

  3. …in Keiner. Wir waren oft mit der Schule (Hort) dort. Ich bin in Johannstadt in die Schule gegangen, da war es nicht so weit. Einfach mit der Fähre rüber und hoch gelaufen. Mal Zeichnen, mal Märchen, mal Puppenspiel und die Kinderfeste zum Kindertag etc. Es war ja immer was los, zumindest in meiner Erinnerung.

  4. Daniel_rueger@freenet.de

    Hallo

    WO habt ihr eure Smaragdeidechsen her ich suche die tiere schon seid langen ich habe zu zeit Pfeilgiftfrösche Maskenleguane Bartagamen und zu letzt Siedleragamen

  5. „Ihr“ ist die falsche Frage – ich habe ja keine und bin nicht vom JÖH. Frag doch einfach mal dort an! Abgesehen davon muss man doch nur auf einer Terraristik-Kleinanzeigen-Seite, wie z.B. dieser suchen – dann findet man auch schnell etwas. Außerdem kannst Du dich in deiner nächstliegenden Stadtgruppe der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. nach Züchtern erkundigen.

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