Barteldesplatz

Das ist also die Fußgängerinsel, die laut Bürgerinitiative für kilometer- und stundenlangen Stau sorgt:

Bild 1: Blickrichtung vom Schillerplatz (klick vergrößert)

Bild 2: Blickrichtung zum Schillerplatz. (klick vergrößert)

Nun muss man wissen, dass am Schillerplatz aus allen Richtungen im Berufsverkehr immer Stau ist. Wieso kann sich aber ein Stau wegen einer kleinen  Fußgängerinsel plötzlich so erhöhen, obwohl doch die Menge der zuströmenden Fahrzeuge gar nicht größer wurde? Es sind doch sicher nicht mehr Fahrer hinzugekommen*? Liegt es vielleicht nur daran, dass sich dieselbe Fahrzeugmenge nun durch geänderte Spurführung auf anderen Straßen verteilt?

(* Höchstens diejenigen, die unbedingt mal diese stauverursachende Fußgängerinsel sehen wollen …)

Bild 3: Barteldesplatz, Quelle: Bing Maps (klick vergrößert)

Bild 4: Barteldesplatz, Quelle: Bing Maps (klick vergrößert)

Bild 4: Barteldesplatz, Quelle: Bing Maps (klick vergrößert)

Wie man auf den Bildern 2 und 3 sieht, entsteht (vor allem durch den Radweg) für die von der Goetheallee kommenden Fahrer nun die Einschränkung, dass sie nicht mehr einfach in beide weiterführenden Spuren einfahren können. Gleichzeitig erhalten aber die von rechts aus der Regerstraße kommenden Fahrer nun endlich die Chance, sich flüssiger einzuordnen. Die von Käthe-Kollwitz-Ufer/Goetheallee Kommenden müssen sich nun schon vorher einsortieren. Theoretisch waren diese beiden Straßen sowieso schon immer nur einspurig, weshalb eigentlich gar kein Problem auftreten dürfte. Theoretisch eben. Jedenfalls wird diese bessere Zufahrtsmöglichkeit auf der Regerstraße nun einige Fahrer am K.-K.-Ufer zu der Idee verleiten, schon eher irgendwo rechts abzubiegen, um dorthin zu fahren. Da es aber insgesamt nicht schneller gehen kann (die Gesamtmenge zufließender Fahrzeuge bleibt dieselbe und der Engpass Schillerplatz hat sich auch nicht verbreitert), bleibt eben Stau. Nur anders verteilt und mit mehr sinnloser Fahrerei zwischendurch. Nach einigen Tagen werden die Fahrer bemerken, welche neuen Routen keine Verbesserungen bringen, bzw. welche doch etwas bringen, das wiederum wird sich schnell herumsprechen und letztlich wird sich ein neuer stabiler Stauzustand einstellen. Nur etwas anders verteilt.

Ob dieser aktuelle Verkehrsversuch am Barteldesplatz nun gut oder schlecht ist, kann ich nicht beurteilen. Das würde ich durchaus den Fachleuten überlassen. Ich bin immer skeptisch, wenn der Bürger alles besser weiß*. Immerhin ist es nur ein bis Anfang September begrenzter Versuch, der das Ziel einer Verbesserung hat (seine Ursache sind immerhin gestiegene Unfallzahlen). Das sollte man vielleicht auch sehen, bevor man Protestbewegungen gründet.

(* Das gilt freilich auch für mich selbst und diesen Text.)

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Anmerkung: Durch die aktuelle Google Street-View-Diskussion habe ich erstmalig Microsofts Bing Maps verwendet. Mit einem interessanten Aha-Effekt …

 

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