Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas

Dieser Dokumentarfilm kam am 02.08.2010 abends im ARD-Programm. Leider erschien er anschließend nicht in der Mediathek, aber inzwischen haben ihn Mehrere bei Youtube eingestellt. Ich fand ihn ziemlich bemerkenswert. Er funktioniert ohne jeglichen Kommentar, man hört nur die O-Töne der gezeigten Frauen (bzw. deren Übersetzungen).

Gezeigt wird das System, mit dem in Gaza palästinensische Frauen andere Frauen agitieren, ihre Söhne zu Märtyrern zu erziehen: „Ein Märtyrer hat einen völlig anderen Rang vor Gott. Schon beim ersten Spritzer Blut (der Ungläubigen, Anm. von mir) vergibt ihm Gott alle seine Fehler.  Der Märtyrer spürt auch keinen Schmerz, wenn er stirbt. Für ihn ist das noch nicht einmal wie ein Mückenstich, er spürt nichts. Er sichert sich so seinen Platz im Paradies …“, erklärt eine Frau, die selbst schon einen Sohn geopfert hat. Schade, dass die Söhne nicht mehr dazu kommen, vom Gegenteil zu berichten! Das Abschiedsvideo mit den letzten Aufnahmen von Sohn und Mutter wird auf solchen Agitations-Veranstaltungen oft vorgeführt: „ … das sind unsere letzten Augenblicke, wenn ich jetzt gehe, werde ich nicht mehr zurückkommen“, sagt der Sohn in einem alltäglichen Tonfall, als ginge es nur zu einer Klassenfahrt. Auch die anschließenden Äußerungen, „wir treffen uns später im Paradies“ zeigen, dass diese Jungen unmöglich verstanden haben können, worauf sie sich eigentlich gerade einlassen. Es klingt als dächten sie, hier handele es sich um eine coole Sache, um eine Mutprobe, einen kurzen Ausflug, bei dem vorher noch ein paar martialische Fotos gemacht werden. Wir treffen uns dann 18 Uhr im Paradies! Die Mutter bestärkt ihn in seinem Vorhaben. Später ergibt sich: Der Sohn tötete gerade einmal 3 Israelis, bevor er starb. Militärisch nicht sehr effizient, aber die Mütter gebären ja gern viele weitere Selbstmörder. Die gezeigte Mutter berichtet, dass sie – solange sie körperlich dazu in der Lage war – immer noch mehr Kinder zur Welt bringen wollte. Ihr eigener Mann fand das zwar übertrieben, doch sie schildert, wie sie ihn überzeugte: „Die jungen Männer sterben – da ist es falsch zu verhüten. Es ist unsere Pflicht, Kinder zu bekommen, junge Kämpfer“. Wenn er nicht will, würde sie sich von ihm trennen.

Kinder zu bekommen, damit diese später so schnell wie möglich sterben, ist also etwas Gutes. Als furchtbares Unglück wird es dann aber dargestellt, wenn dieselben Kinder bei einem israelischen Angriff sterben. Denn leider konnten sie dabei ja keine Ungläubigen mit in den Tod nehmen. Und wie das geht, bekommen die Kleinen bereits in den Hamas-Kindergärten von ihren Betreuerinnen beigebracht. „Wenn ich groß bin, werde ich Befreiungskämpfer“, rufen die Kleinen im Chor. Sie gehen das dann auch schon einmal im Rahmen von Theaterprojekten spielerisch durch.

Leider gibt es immer wieder Mütter, denen nach dem Tod ihrer Söhne klar wird, dass sie einen riesigen Fehler begangen haben. Eine davon wird im Film gezeigt. Sie klagt am Grab des Sohnes, sie hätte damals nicht begriffen, dass sie ihn nie wiedersehen wird. Andere Frauen versuchen trotzdem, sie weiterhin auf Kurs zu halten. Eine Agitierende erklärt fanatisch, sie „wäre neidisch, hätte sie doch nur auch ein Kind, welches sie opfern könnte!“ Doch der Mutter bleibt als Fazit nur, dass sie ihren Sohn verloren hat.

Zum Thema Israel-Palästina oder auch nur konkret zum Gaza-Streifen Position zu beziehen, fällt mir immer schwerer. Je mehr ich darüber lese, umso komplizierten wird es. Sich auf die Seite der Israelis zu stellen, fällt schwer, wenn man deren Politik verfolgt. Aber deshalb muss man noch lange nicht über das Ziel hinausschießen und die Gegenseite verharmlosen. Auch wenn man sich sagt, die Palästinenser seien verzweifelt – für ein Volk, welches seine eigenen Kinder als Selbstmörder vorsieht, fehlt mir jegliches Verständnis.

Bei der ARD findet man auch eine Inhaltsbeschreibung und weitere Angaben zum Film. Wer sich den Film auf Youtube ansehen will: Hier geht es zum ersten Teil.

4 Kommentare:

  1. Nach allem, was ich hier bereits lesen konnte, habe ich keinerlei Motivation, mir diese kollektive Verblendung auch noch anzusehen. Das erzeugt richtiggehend Widerwillen in mir.

  2. Kurze Rückmeldung: wahrsch. aufgrund Deines Blogumzugs bekomme ich in meinem Reader sämtliche Kommentare, die ich bei Dir jemals hinterlassen habe, erneut ausgeliefert. Bei einem Artikel sogar zweimal.
     
    Die Auszeichnungs-Menüleiste über dem Kommentarfeld ist aber cool. Wie bekommt man das hin? Ist das ein Plug-In oder Theme-abhängig?

  3. Die Menüleiste über dem Kommentarfeld wird durch ein Plugin erzeugt. Ich habe MCEComments installiert – kann freilich sein, dass es da auch andre gibt, aber mir reicht das. Man kann dann festlegen, was über dem Kommentarfeld angezeigt wird, es sind noch weitere Buttons möglich. U.a. Aufzählungs- und Nummerierungsfunktionen, aber ich dachte, die wichtigsten reichen.

    Warum die Kommentare (nur die eigenen?) alle wieder kommen, kann ich mir nicht erklären. Ich hoffe, dass das nicht bei allen Lesern so ist.

  4. Seltsam: Im meinem alten Kommentarfeed tauchen bei mir jetzt auch Kommentare falsch auf. Allerdings die, welche inzwischen hier veröffentlicht wurden. Ich kann mir nur vorstellen, dass das etwas mit der auf dem bisherigen Server eingerichteten Weiterleitung aller Links* hierher zu tun hat, die seit gestern Abend aktiviert ist. Vielleicht hast Du ja den alten Kommentarfeed noch mit gespeichert? Lösch den am besten – dort habe ich die Kommentarfunktion ohnehin gesperrt. Kann auch sein, dass es etwas mit pingbacks zu tun hat – ich habe das nun im alten Blog komplett deaktiviert. Mal sehen, was passiert.

    (* nennt sich 301-Weiterleitung – was ich jetzt für neue Fachwörter gelernt habe!)

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