Banken zahlen heute 442 Mrd. € zurück!

Denn immerhin war es ja so vereinbart. Vor einem Jahr, am 24. Juni 2009 wurde in der Europäischen Zentralbank (EZB) eine gewaltige Maßnahme gestartet, um der Finanzkrise entgegenzuwirken:

„Um kurz nach halb zehn drückt einer der (…) Männer einen Knopf, und etwa zwanzig Seiten Papier schieben sich aus dem Drucker. Das Protokoll für das Präsidium der Zentralbank. Das Dokument einer wundersamen Geldentstehung.

Die 442 Milliarden, die an diesem Tag von der Zentralbank zu den Privatbanken fließen, haben zuvor nicht der EZB gehört. Nicht dem Steuerzahler. Und auch sonst niemand. Das Geld ist gewissermaßen vom Himmel gefallen.

Die Zentralbank hat es am Vormittag dieses 24. Juni neu erschaffen. Sie braucht dafür keine ratternden Druckmaschinen mehr, es genügt, den gewünschten Betrag auf das Konto zu überweisen, das jede Bank der Eurozone bei der EZB unterhält. Zwölf Monate lang dürfen die Banken das Geld behalten. Dann müssen sie es an die Zentralbank zurückzahlen, und die Konten leeren sich wieder.

Zwölf Monate, in denen die Banken mit diesem Geld arbeiten sollen. Zwölf Monate, in denen dieses Geld den Kapitalismus reanimieren muss.“ (1)

Und die zwölf Monate sind heute vergangen. Damals kam sofort Kritik auf, man könne nicht einfach aus dem Nichts 442 Mrd. erschaffen, die doch gar keinen Gegenwert besäßen! Das würde lediglich Inflation erzeugen. Aber – wie schon im Text erwähnt wird – das Geld fließt nun wieder zurück und wird daraufhin wieder per Knopfdruck vernichtet. Es besteht also gar keine Gefahr der Inflation.

Leider werde ich heute den ganzen Tag auf Dienstreise sein und kein Internet haben, aber ich denke, dass alle Onlineportale und Tageszeitungen dieses wichtige Abschlussereignis der Kapitalismusrettung gebührend auf den Titelseiten erwähnen werden. Abends werde ich mir dann die Sondersendung mit Marietta Slomka im ZDF ansehen.

Tja … Ironie (oder besser: Sarkasmus) Ende.

Wahrscheinlich wird man darauf hoffen, dass es niemand bemerkt, wenn gar nichts zurück fließt. Ob es Zufall ist, dass die Aktion ausgerechnet exakt 1 Jahr vor der Fußball-WM ausgeführt wurde? Vielleicht kommt aber auch eine sehr durchdacht klingende Begründung von höherer Stelle, warum man jetzt noch nicht mit der Rückzahlung beginnen könne. Ich bin schon sehr gespannt.

Quelle
(1) ZEIT ONLINE, „Als das Geld vom Himmel fiel“

Mein letzter Artikel dazu, der allerdings auf obigem Text aufbaut

Nachtrag, 28.6.: Handelsblatt – „Die Unruhe am Geldmarkt kehrt zurück“

3 Kommentare:

  1. irgend wie stelle ich mir die frage, wer glaubt denn noch an den weihnachtsmann, die banken, haupfsächlich, die verursacher der krise, sind doch mal wieder, auf kosten der steuerzahler, die nutznieser, da sie aber aus dem fiasko nichts gelernt haben und genauso wie vorher weiter machen, steht uns mit an warscheinlichkeit grenzender sicherheit, ein noch größeres fiasko bevor, geldgier und macht, ist es was sie antreibt, genau aus diesen gründenwerden sie es so weiter treiben, ihre pfründe sind gesichert, das aber die regierungen dabei tatenlos zu sehen, hat seinen grund, ihre macht und ihre pfründe, sowie die fortschreitende entrechtung und verknechtung der jeweiligen bevölkerung, ist auch gesichert, da sie im vorfeld genug vorkehrungen dafür getroffen haben, auf die gewerkschaften und die parteien, sollte man(n) aich dabei nicht verlassen, gerade die gewerkschaften, kuscheln seid einiger zeit, zunehmend mehr in einem bett mit der regierung, soll heissen, sie haben sich den vorstellungen der regierung mehr und mehr angenähert, auch wenn sie bei diversen demos das gegenteil bezeugen wollen, ein sommer, ist auch nur ein lakai der regierung und von ihr abhängig, die LINKE, entschuldigung, die sollten erst einmal mit sich selbst ins reine kommen, so lange sich der flügel ost und west untereinander nicht einig sind, bleibt es nur ein sauhaufen, der zwar gut in der opposition ist, aber sonst nichts taugt, die SPD, hat in krisenzeiten und wenn es hart auf hart gekommen ist, wie die deutsche geschichte es uns lehrt, nie auf der seite der arbeiter gestanden, die CDU/CSU, in ihren namen steht christlich – demokratisch und sozial, diese bezeichnung führen sie zu unrecht, sie sind weder das eine, noch das andere, sie sind nur finanz- und kapitalhörig, für das volk haben sie kein ohr, sie sind taub, taub am ganzen körper, die FDP, ich glaube, über die gurkentruppe braucht man nichts mehr zu sagen, jedes wort wäre reine verschwendung, fazit, die gesammte regierung ist unfähig, auf grund ihrer abhängigkeiten, auch nur einen finger für das volk zu rühren, wollen sie auch nicht, sie haben sich in ihrem sessel eingerichtet und dort kleben sie fest, da müsste es schon einen tornado geben, um sie davon zu lösen, dazu, aber, ist das deutsche volk zu träge geworden, schade!

  2. Laut Handelsblatt (http://bit.ly/cdRndT) soll die Rückzahlung erst am 1. Juli erfolgen. Erst dann wird Antonia Rados live für RTL 5000 km vom Krisenzentrum Frankfurt entfernt berichten.

  3. Aha, interessant! Da scheint es ja doch nicht so in Vergessenheit zu geraten. Wenn man die Nachricht liest: „Der Liquiditätsentzug verunsichert die Investoren am Geldmarkt. Die Sorgen über Banken und Staaten sind wieder da“ – dann klingt das eigentlich schon wieder nach der notwendigen Schnürung des nächsten Rettungspaketes.

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