Gerhard Wisnewskis neueste Verschwörungstheorien

Der Mann kann einfach kein Thema auslassen! Diesmal ist also der Absturz Kaczynskis das Werk geheimer Mächte. So wie ja vor einigen Jahren erst der Tod Jörg Haiders. Früher hat sich Wisnewski wenigstens noch niveauvollen Themen, wie dem 11. September gewidmet, aber seit einigen Jahren ist sein Prinzip dazu verkommen, nur noch jeweils der erste sein zu wollen, der die wildesten Theorien präsentiert. Das Thema scheint ihm dabei allmählich egal zu sein. Am Samstag ging es damit los.

Seine dort geäußerte Ausgangsüberlegung, da könne ja etwas nicht stimmen, ist folgende: „Das Flugzeug gilt als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Dass nun ausgerechnet ein Staatspräsident samt Gefolge auf dem Weg zu einer hochsensiblen Mission abstürzt, ist schon ein ausgesprochen dummer Zufall, in etwa so unwahrscheinlich wie der Jackpot im Lotto.“ Ja, Flugzeuge sind durchaus relativ sicher. Das bedeutet aber nicht, dass nicht doch einmal eins herunterfällt. Mehr gibt es zu seiner Theorie an der Stelle gar nicht zu sagen, sie ist schon aufgrund dieser einfachen Überlegung Unfug. Dieselbe Logik brachte G.W. übrigens auch schon beim Tod Haiders: Das von ihm gefahrene Automodell Phaeton sei eines der sichersten, also könne es doch gar nicht sein, dass ausgerechnet so eins dann doch einen Unfall hat und dann auch noch mit einem Politiker am Steuer – da sei ja ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher!

Ja, aber manchmal hat auch jemand in einem sicheren Wagen einen Unfall und manchmal ist derjenige dann auch noch berühmt. Und manchmal gewinnt auch jemand im Lotto oder knackt sogar den Jackpot. Solche Dinge geschehen manchmal einfach. Mit solchen angeblichen Unwahrscheinlichkeiten Beweisführungen aufbauen zu wollen, ist reichlich albern. Wen G.Ws. haarsträubende Theorien zu Haider interessieren, kann sich ja meine Kundenrezension dazu bei Amazon durchlesen (es geht dort nicht um sein Haider-Buch, sondern um ein anderes – der betreffende Textabschnitt steht ganz unten).

Na gut, G.W. hatte also einen seiner üblichen Texte veröffentlicht, den ich unter Ulk abhakte. Aber nun geht es anscheinend Schlag auf Schlag weiter. Heute war sich G.W. in gleich zwei Artikeln ganz sicher, dass der Pilot eine Notlandung vor hatte und deshalb mehrfach den ungeeigneten Flughafen in Smolensk anflog. Warum der Pilot das dann aber den Leuten im Tower nicht einfach gesagt hat, wo er doch schon in Funkkontakt zu ihnen stand, erklärt uns G.W. nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen Piloten abwimmelt, der technische Probleme beschreibt und auch noch die halbe Regierung des Nachbarlandes an Bord hat. Aber so einfache Überlegungen sind G.W. anscheinend fremd, wenn er einmal in Fahrt ist. Außerdem hat der Pilot technische Probleme offensichtlich auch noch nicht einmal angedeutet. Stattdessen verweist G.W. auf ein Video der BILD mit der sachlichen Überschrift „So verzweifelt versuchte der Pilot zu landen“. Dass man in besagtem Video gar keine Landung sieht, dass auch nichts nach Verzweiflung, sondern nur nach einem recht normalen Flug aussieht – das passt zwar zu BILD, aber G.W. schreibt trotzdem von verzweifelten Landeanflügen des Piloten. Eine knallharte Recherche und absolut korrekte Beweisführung!

Während ich diesen Text schrieb, war sein dritter Text auf der Website plötzlich nicht mehr verfügbar. Vielleicht erscheint er ja wieder. Das Folgende kann ich also möglicherweise nicht belegen, aber bis vor kurzem stand da noch, dass die Aufnahmen des Amateurs vom Start des Flugzeugs an einer kurzen Stelle einen kurzen Lichtblitz zeigen (wahrscheinlich, wenn man sehr genau nach einem helleren Pixel sucht), und das bedeutete für G.W. gleich wieder etwas noch verschwörerisches. Aber vielleicht war es ihm ausnahmsweise sogar selbst zu blöd.  

2 Kommentare:

  1. Der Lichtblitz weist doch aber eindeutig auf die Anwesenheit eines Ufos hin! Ich denke das es diesmal sogar eine INTERGALAKTISCHE VERSCHWÖRUNG ist!

  2. Ich sehe mal schnell meine Starwars-DVDs durch, ob sich nicht bereits dort diffizile Andeutungen auf Einwirkungen der dunklen Seite der Macht andeuteten …

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