Neue CDs

 „Na, endlich!“, dachte ich beim Öffnen des Briefkastens: Das aktuelle Eels-Album lag darin. Das hatte aber auch lange gedauert! JPC konnte nicht liefern, bei Amazon war’s zu teuer und die ungeliebte Notlösung CD-Wow brauchte dann wieder so lange wie üblich. Das nächste Mal gehe ich zum kleinen CD-Händler um die Ecke.

Ich bin immer sehr froh, wenn nur wenige gute Alben erscheinen. In der letzten Zeit kamen für mich nur zwei in Frage: „Vexations“ von Get well soon und „End times“ von Herrn Everett (sein vorheriges Werk hatte ich ausgelassen). Get well soon spielt morgen übrigens im Beatpol. Kann ich sehr empfehlen. Meine Eintrittskarte ist bereits gekauft. Aber wie gesagt, ich bin immer froh, wenn nur wenig gute Produktionen herauskommen. Dann muss man erstens nicht so viel Geld ausgeben und kann sich zweitens die meist etwas ansprechender gestalteten De-luxe-Editionen leisten. Diese Einstellung hat sich bei mir in den letzten Jahren eingestellt: Da CDs wahrscheinlich wirklich etwas Aussterbendes sind*, nehme ich wenigstens noch die etwas interessanteren Ausgaben.

(* bei Jugendlichen sehe ich den Trend ganz klar: Für die ergibt das überhaupt keinen erkennbaren Sinn mehr, sich solche Gegenstände wie CDs ins Zimmer zu stellen.)

 

Was bei mir durch das Kaufraster fiel: Peter Gabriel mit seinem Album „Scratch My Back“. Ich fand es immer gut, dass Gabriel den Mut hatte, einfach völlig unerwartete Dinge zu produzieren. Ich fand sein „Passion“ genial, seine Filmmusik „Long walk home“ finde ich sehr gut und höre sie sogar gelegentlich an. (Ein stimmiges Album über Australien zu machen, ohne dabei die üblichen Didgeridoos einzusetzen, das soll erst einmal einer nachmachen!). Ich finde selbst „Ovo“ interessant, obwohl da bemängelt wurde, dass er gar nicht selbst singt. Muss er aber auch nicht.

Insofern ist es kein Problem, dass auf „Scratch My Back“ nur Cover-Versionen anderer Songs sind. Leider sind Gabriels Versionen sind fast durchweg schlechter (weil langweiliger) als die Originale. Beim ersten Stück „Heroes“ (D. Bowie) dachte ich noch – naja … irgendwie hat diese ruhige, getragene Art was. Aber das nächste Stück „The Boy in the bubble“ (P. Simon) kam in demselben sehr, sehr ruhigen Stil. Und so geht das durch das gesamte Album. Das interessanteste Stück ist noch das Talking-Heads-Cover. „The book of love“ ist auch nicht neu, das existiert schon seit Jahren. Was Herrn Gabriel da geritten hat, würde mich sehr interessieren. Ich habe wirklich nicht nur flüchtig hineingehört, sondern mindestens 3x alles durchlaufen lassen und dabei wirklich hingehört. Ich habe auch bei seinem letzten Album mehrere Anläufe benötigt, aber dort hatte ich wenigstens gleich zu Beginn das Gefühl, dass sich hier noch etwas entwickelt. Und so war es auch (naja, zumindest teilweise). Scheinbar ist die Luft bei Herrn Gabriel raus. Und meine Peter Gabriel-Sammlung abgeschlossen.

Die Bewertungen bei Amazon überschlagen sich zwar schon wieder wie üblich, aber die kann man schon lange nicht mehr ernst nehmen. Ich sehe dort meist nur noch nach den schlechtesten, aber auch die sind selten verlässlich.

4 Kommentare:

  1. Amazon nutze ich auch seit einigen Monaten nicht mehr weil zu teuer und die Rezensionen sind keinen Pfifferling wert. Seit dem bin ich bei buch.de (weil ich auch Bücher kaufe, jawoll!), was hälst du von denen? Was ist JPC? Gibts da auch Bücher?
    Wegen CD-Kauf: Ja, ich glaube auch das normale CDs vom Aussterben bedroht sind. Was allerdings noch gut läuft und was sich wahrscheinlich auch verstärken wird sind limitierte Auflagen, aufwendig gestaltete Cover oder CD/DVD-Ausgaben. Die kaufe ich immer sehr gerne. Normale CDs oder gar Maxi-CDs schon seit Ewigkeiten nicht mehr.

  2. Naja, dass Amazon grundsätzlich zu teuer ist, finde ich nicht. Es war nur bei den beiden erwähnten Alben so. JPC verkaufte ursprünglich nur Musik, aber Bücher haben sie inzwischen auch. Bei Buch.de bin ich anscheinend noch registriert, habe dort aber schon ewig nichts mehr gekauft. Bücher (ich lese gerade mal wieder Ch. Bukowski) kaufe ich mir meist im Laden, da ich an zwei Buchläden vorbeikomme. Also sozusagen beim kleinen Buchhändler um die Ecke 😉 … Dank der Buchpreisbindung ist der Preis ja größtenteils überall derselbe. Ich suche mir immer die ISBN bei Amazon raus und bestelle das dann im Laden. Es sei denn, das betreffende Buch ist irgendwo im Netz wirklich billiger.

  3. Ich habe erst seit kurzem die „Eels“ entdeckt. Sag bitte nicht das du die seit jahren kennst, und das du die auch kannte damals als ich noch im Medienkulturzentrum waren, weil; wieso hast du mich dann nicht damals auf die aufmerksam gemacht?
    Jetzt ist ja egal, jetzt sind die da in meine Itunes. Warum hast du denn eigentlich „Hombre Lobo“ aussen vor gelassen? Es ist doch ganz grosse klasse?
    Gruesse von hier
    Jørgen

    Uebrigens: Wegen Witze und die Pointe:

    Hier in Hong Kong lacht keiner wenn ich sage das ich zum „kleinen gemuese Haendler um die ecke gehe“.

    Hmmm?

  4. Hi Jørgen, also ich habe Eels kennengelernt, nachdem das Album „Shootenanny!“ herauskam. Das war 2003 (laut Wikipedia). Also noch zu Deiner Zeit. Vielleicht habe ich es einmal mit erwähnt und dabei nur nicht ausreichend begeistert gewirkt? Aber ich habe Dich immerhin gelegentlich auf andere Sachen hingewiesen. Danach habe ich mir allmählich die gesamte Diskografie zugelegt, besser gesagt (fast) alle Studioalben. Das Live-Album „Eels with Strings – Live at Town Hall“gefiel mir nicht so (die „singende Säge“ ging mir echt auf die Nerven) und die beiden „B Sides & Rarities“ haben mich nicht so interessiert. “Hombre Lobo” fand ich auch nicht so toll (der Meinung waren übrigens auch Alex H. und Andreas S.), aber Du darfst es Dir trotzdem gern anhören. Sehr empfehlenswert (falls Du sie noch nicht besitzt) sind auf jeden Fall „Beautiful Freak“ und „Daisies of the Galaxy“.

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