ANIMA 2010, Tag 1 & 2

Kreatives Chaos könnte man es nennen, was seit gestern bei uns herrscht, allerdings stimmt das nur auf den ersten Blick. Trickfilmer können sich Chaos auf keinen Fall leisten – hier ist Koordination das oberste Gebot. Insofern herrscht in unserem scheinbaren Chaos eine strenge Ordnung: Wo befinden sich wessen Materialien, wo findet man Werkzeuge, wo dürfen Puppen und Szeneneinrichtungen gebaut werden, welcher Aufnahmeplatz wird aktuell von wem verwendet … Da jeder der Teilnehmer gleich zu Beginn erklärt bekommt, welches Fiasko eine zufällig verschobene Kamera  oder eine sonstige versehentliche Änderung für den eigenen Film bedeuten würde, umgeht man  automatisch auch alle anderen Plätze mit vorsichtigem Abstand.

Unterstützung gibt es wie jedes Jahr von Profis, zu denen sich diesmal spontan noch ein amerikanischer Filmmusikkomponist und zwei niederländische Filmemacher gesellten. Unser alter Bekannter Aart kam zufälligerweise vor einigen Wochen mit Freunden zu Besuch. Bei der Gelegenheit zeigte er einige von ihm und seinen Begleitern selbst produzierte Animationsfilme. Als sie von der bevorstehenden Trickfilmwerkstatt erfuhren, fanden sie das ganz toll und wollten es – einfach mal so – mit unterstützen. Und nun sind sie hier. Da unsere Teilnehmer auch aus Russland und Polen kommen, ist übrigens wieder Mehrsprachigkeit angesagt, was sich bei mir natürlich auf Englisch beschränkt. Ja, da hatte man nun schon so lange Russisch in der Schule und könnte es nun endlich einmal anwenden, aber die Russischkenntnisse beschränken sich wie üblich auf dieses berühmte lange Wort „Достопримечательности“, welches man leider so selten benötigt. Jedenfalls führen wir nun oft Gespräche auf Englisch, was gelegentlich mit der überraschenden Erkenntnis endet, dass der Gesprächspartner eigentlich auch sehr gut Deutsch spricht oder ohnehin aus Dresden stammt. Aber einen echten Weltbürger ficht so etwas nicht an. Übung ist immer gut. Allerdings war es mir gestern im Nachhinein doch sehr peinlich, dass ich beim Erklären der Audioschnittsoftware „Bereich“ versehentlich mit „Area“ statt korrekt mit „Range“ bezeichnete. So etwas würde man den Herren Oettinger und Westerwelle vielleicht gerade noch durchgehen lassen, aber die peinlich berührten Blicke meiner Umstehenden sprachen Bände.  

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