Ratgeber zur Jahreswechselkonversation

Phase 1 hat begonnen: Seit einigen Tagen verabschieden sich die ersten Leute mit „Wir sehen uns ja nicht mehr – schöne Weihnachten dann! Und einen guten Rutsch … !“ Phase 2 schließt sich dann im Januar nahtlos an mit dem „Alles Gute im neuen Jahr! Und, sind Sie gut reingerutscht …?“

Man kommt ja nicht um solche Floskeln herum, sonst gilt man automatisch als unhöflicher Mensch. Trotzdem sagen viele: „Jetzt geht das wieder los! Das nervt … hoffentlich ist es bald vorbei.“ Wie geht man am besten mit dieser unangenehmen Situation um?

Ratschlag 1: Nie als erster diese Konversation beginnen! Denn derjenige, welcher eine solche Konversation eröffnet, muss diese immer gleichen und vor allem langweiligen Sätze alle komplett aussprechen. Besser ist es, abzuwarten, bis der Gegenüber sich den Mund fusselig geredet hat, um dann mit einem netten und kurzen „gleichfalls!“ abzuschließen. Ich hoffe aber, dass nur maximal 50% aller Internetnutzer diesen Eintrag lesen, sonst könnten sich unschöne Situationen ergeben, in denen sich Leute gegenseitig minutenlang belauern. Und hoffen, dass der Gegenüber endlich den Mund aufmacht.

Ratschlag 2: Der Einsatz von Excel. Ich habe auch dieses Jahr wieder sofort, als die ersten Verabschiedungen  dieser Art kamen, eine Tabelle angelegt. Dadurch behält man immer den Überblick: Mit wem hatte man schon welchen der beiden Sprüche durch? Man hat so immer die Kontrolle. Man vermeidet beispielsweise, jemandem doppelt ein „gleichfalls“ zu wünschen, sondern kann Leute mit so schlechtem Gedächtnis vorwurfsvoll ansehen. Man behält die Unverschämten im Blick, die eine der beiden Phasen ausgelassen oder einem gar weder das eine noch das andere gewünscht haben. Letzteres könnte man noch durchgehen lassen, weil derjenige vielleicht ein konsequenter Verweigerer ist, aber die erste Variante bedeutet: Derjenige beachtet mich manchmal nicht.

Also, mir zum Beispiel sind solche Abschieds- und Begrüßungsrituale eigentlich egal, aber es ist ein schönes Gefühl, beispielsweise lückenlos nachweisen zu können, dass mir ein bestimmter Kollege im Januar 2007 das mit dem „Guten Rutsch“ nicht sagte. Dass seitdem sein PC langsamer läuft,  hat er sich selbst zuzuschreiben!

2 Kommentare:

  1. Als Empfangsdame bin ich ja ein bisschen zum Floskelreiten verpflichtet, denn ich bin meist die mit dem ersten „guten Morgen“, „einen schönen Feierabend…“.

    Da ich ein Weihnachtsjunkie bin, stört mich mein tägliches vorweihnachtliches „ein schönes Fest Ihnen und eine freudvolle (denn wieso muss immer alles besinnlich sein) Weihnachtszeit“ Murmeltier auch nicht, aber Silvester stellt mich auf eine harte Probe. Die Jahresendzeit stürzt mich dieses Jahr in eine mittelmäßig tiefe Sinnkrise und dank glorreicher Arbeitszeiten entfällt die geplante Feierei und ich ziehe in Erwägung meinen Abend vorm Fernseher zu verbringen.

    In diesem Sinne: „Einen guten Rutsch in ein erfolgreiches, glückliches neues Jahr!“…

  2. Als Empfangsdame bin ich ja ein bisschen zum Floskelreiten verpflichtet, denn ich bin meist die mit dem ersten „guten Morgen“, „einen schönen Feierabend…“.

    Da ich ein Weihnachtsjunkie bin, stört mich mein tägliches vorweihnachtliches „ein schönes Fest Ihnen und eine freudvolle (denn wieso muss immer alles besinnlich sein) Weihnachtszeit“ Murmeltier auch nicht, aber Silvester stellt mich auf eine harte Probe. Die Jahresendzeit stürzt mich dieses Jahr in eine mittelmäßig tiefe Sinnkrise und dank glorreicher Arbeitszeiten entfällt die geplante Feierei und ich ziehe in Erwägung meinen Abend vorm Fernseher zu verbringen.

    In diesem Sinne: „Einen guten Rutsch in ein erfolgreiches, glückliches neues Jahr!“…

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