CD-Kritik

(Heute zur Abwechslung einmal ein Beitrag ohne Recherche-Fehler)

Wenn morgen der Postmann 2x klopft, wird er das nächste Amazon-Päckchen bringen, welches die aktuelle Produktion von Steven Wilson enthält. Selbstverständlich wieder in 5.1-Abmischung, wie man es von ihm gewohnt ist. Wilson ist bekanntlich der künstlerische Kopf der besten Band der Welt, also von Porcupine Tree. Genauer gesagt ist er nicht nur künstlerischer kopf, sondern die Band bestand sowieso lange Zeit nur aus ihm. Und auch als er sich Musiker suchte, um live auftreten zu können, blieb er weiterhin fast komplett alleiniger Komponist, Texter und Produzent. Insofern fand ich es ziemlich seltsam, als ich vor einigen Wochen las, Wilson wolle ein Solo-Album herausbringen. Doch Tatsache – es klang ganz anders, mehr nach seinem Frühwerk, als er noch richtig allein arbeitete. Was noch etwa so wie Pink Floyd in ihren frühen Jahren klang. Dieser Vergleich stimmt nicht ganz, er ist nur so als ungefährer Anhaltspunkt gedacht. Die letzten beiden Porcupine Tree-Alben konnte man stellenweise schon eher als Metal einstufen. Insofern hat die Bezeichnung „Solo-Album“ durchaus eine gewisse Logik. Muss man dieses Werk unbedingt haben? Hmmmnaja. Porcupine Tree-Einsteigern würde ich andere Sachen empfehlen. Es ist wie mit dem neuen U2-Album: Gut, aber das vorherige war noch etwas besser und die Welt geht nicht unter, wenn man nicht alles hat. Doch so kann man als Fan an diese Sache nicht herangehen, denn wie schon Max Goldt in „Junger Mann, der eine Schallplatte gekauft hat“ schrieb: Der Sammeltrieb will nun einmal befriedigt sein!

Das bedeutet, dass auch U2 ordnungsgemäß gekauft wurde, trotz illegalem „Vorhören“ mittels mp3-Dateien. Der Musikindustrie entstand also kein Schaden! Es entstand auch kein Schaden, als ich diese Dateien an Alex weitergab, denn der kauft sich ja dann auch immer alles. Dieser Dateitausch war sozusagen „filesharing von Mensch zu Mensch“. Viel angenehmer als diese anonyme Methode per Internet, von der ich schon so viel gelesen habe, von der ich aber gar nicht weiß, wie es geht.

Eine schöne Sache ist das auch Debüt-Album von Dear Reader. Schwer zu beschreiben, man könnte Vergleiche zu den Rainbirds, Ani diFranco, Goldfrapp in ihrer Anfangs- und jetztigen Phase heraushören. Aber so richtig stimmt das alles nicht. Es hat übrigens ein schönes Cover. Da stehen zwar keinerlei Informationen drin, aber man kann damit etwas basteln. Eine andere interessante Entdeckung, die ich kürzlich machte, ist ein Nebenprojekt von Jack White (von den „White Stripes“) namens „The Raconteurs“. Die Band klingt, da White singt und Gitarre spielt, durchaus nach den „White Stripes“, aber sie ist anders. Melodiöser, mehr Blues und nicht so hart gespielt. Und um das abzuschließen, möchte ich noch „The Black Keys“ erwähnen, deren Album „Attack and Release“ zwar nicht pausenlos in meinem DC-Player rotiert, aber immer wieder einmal spontan ausgewählt wird.

Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich würde mich nicht für deutschsprachige Musik interessieren: Mir wurde heute zum ersten Mal Ossi MC vorgespielt. Wer medienkompetent sein will, sollte zumindest auch den ALDI-Song kennen.

Ich merke gerade: Eigentlich wollte ich heute etwas über das Thema „Klimaskeptiker“ schreiben. Da habe ich ja schon wieder völlig den Faden verloren!

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