Peinlich, peinlich …

Dass die Welt nicht erkennbar ist, haben wir bereits in der Schule gelernt. Allerdings darf man sich nicht dauernd mit diesem Spruch herausreden, wenn neue ungeklärte Phänomene auftreten. Im Gegenteil sollte man froh sein, wenn man auch weiterhin mit kniffligen Problemen konfrontiert wird, weil man dadurch geistig aktiv bleibt.

Heute Morgen betrat einer unserer Studionutzer mein Zimmer und sah etwas erzürnt aus. Wegen der gleich folgenden Dinge gebe ich seinen Namen nicht an – nennen wir ihn mal D. – das muss reichen. D. ist einer unserer älteren Nutzer, eigentlich gehört er noch zur Erstausstattung (er sollte längst eine Inventarnummer tragen) und schneidet hier gerne seine Urlaubsfilme. Eigentlich wollten wir so etwas hier nie, aber bei ihm machen wir wegen seines Gewohnheitsrechtes eine Ausnahme. Jedenfalls wollte D. letzten Freitag seinen jüngsten Film auf DVD brennen. Harald und ich hatten anschließend extra noch kontrolliert, ob die DVD ordnungsgemäß und ruckelfrei lief: Ja, alles ok – Senioren im Erzgebirge. „Off de Barg, do is halt schie“ oder „Wu de Wildbach haamlich raascht“.

Und nun stand D. leicht zornig im Zimmer: Das sei gar nicht seine DVD! Da ist etwas ganz anderes drauf. „Was denn?“, fragte ich noch aus Spaß, „schon wieder nack’sche Frauen?“ „Ja… genau so’n Schweinkram!“, erklärte er, „Ich war ja noch froh, dass meine Frau nicht mit im Zimmer war!“ Nun war ich mir nicht mehr sicher, wer hier wen verscheißert. „Wie jetzt? Ernsthaft?“ „Jaa, sicher…“, beteuerte D. und hielt mir die DVD entgegen. Es war eindeutig derselbe Rohling wie gestern, da war nichts verwechselt worden. Harald und ich hatten uns noch gefragt, wieso D. einen 8.5 GB-Rohling für 10 min Film verplemperte. Hatte ich vielleicht versehentlich den Inhalt meines USB-Sticks mit kopiert? Ich legte die DVD in meinen PC und startete vor dem erstaunten D. eine romantische Erzgebirgsreise. Mit Senioren. Alle angezogen. Und es war auch nichts anderes auf der Disk mit gespeichert.

Woran das lag? Keine Ahnung. Ich bin noch beim Nachdenken. Auf jeden Fall zeigte mir das, welch schöne Druckmittel wir eigentlich gegenüber unseren Nutzern einsetzen könnten. Wenn z.B. einmal wieder folgendes passiert:
„Könnt Ihr mir mal schnell noch meinen Film auf DVD brennen?“ „Hast du dich schon in die Nutzerliste eingetragen?“ „Nein, mach ich beim nächsten Mal – ich muss dringend aufs Klo und nachher schnell zur Präsentation ins Rathaus!“

… ja, dann könnte es schon passieren, dass die Präsentation anders ausfällt, als gedacht.

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