Blog-Eintrag,

in welchem der Autor gesundheitliche Fragen beantwortet, schon wieder über seine finanzielle Situation jammert, sowie sehr stolz darauf ist, eine längst bekannte Sache ausprobiert zu haben.

Ich werde oft gefragt: „Na, wie geht’s?“, aber wenn ich dann beginne, wirklich von meinen Krankheiten zu erzählen, haben die Leute komischerweise immer noch etwas Eiliges vor. Naja, zumindest habe ich heute durch Zufall entdeckt, was man gegen Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich tun kann: Einfach eine halbe Stunde intensiv Stollen-Teig kneten. Danach ist das wie weggeblasen! Wahrscheinlich haben die früheren Dresdner Bäcker den Christ-Stollen überhaupt nur deshalb erfunden. Um Verspannungen abzubauen, die sich übers Jahr angesammelt hatten. Extra dafür erfanden sie einen Teig, der richtig lange geknetet werden musste. Dass sich das Ergebnis dann sogar so gut verkaufte, war sicher nur ein angenehmer Nebeneffekt. Ich denke, dass man das auch heute wieder für Patienten neu einführen könnte – so könnte man teure Physiotherapien sparen, also die Krankenkassen entlasten und gleichzeitig noch die Produktionskosten im Backgewerbe senken. Man könnte es zusätzlich noch als Selbsterfahrungs-Kurs vermarkten. Blöd wäre nur, dass wir dann das ganze Jahr über diesen Stollen essen müssten. Vielleicht doch keine so gute Idee?

Aber was ich eigentlich erwähnen wollte: Ich hatte vor kurzem großes Glück und konnte dadurch viel Geld sparen! Denn vor etwa 2 Wochen las ich in der Zeitung, dass die Band AC/DC nächstes Jahr nach Leipzig kommen würde. Ich sofort rein ins Internet … und musste dort lesen: Bereits ausverkauft. Bei EBay wurden die Karten inzwischen für 300€ verhökert. Später erfuhr ich, dass die Karten normal 70€ gekostet hätten. Sie sollen innerhalb von 10 Minuten ausverkauft gewesen sein, andere Leute meinten, in nur 5 Minuten. Da gingen die Expertenmeinungen etwas auseinander. Aber 70€? Das liegt deutlich über der Grenze, die ich für Karten auszugeben bereit bin. Andererseits sieht Angus Young auf den aktuellen Fotos so schlecht aus, dass man sich automatisch fragt, wie lange er das noch durchhält? Und damit reiht sich AC/DC in die Kategorie der Bands ein, bei denen man höhere Preise akzeptiert – einfach nur, damit man alle Mitglieder der Band noch einmal lebend gesehen hat. So funktioniert beispielsweise auch der Kartenverkauf für die Stones. Hätte ich es bezahlt? Keine Ahnung. Glücklicherweise war es aber ausverkauft. Schwein gehabt! Gerüchte besagen, dass sie vielleicht später noch einmal auf den Lausitz-Ring kommen. Leider gab ich dann doch Geld aus, denn da ich nun einmal die aktuellen Konzerte durchsah, entdeckte ich auch Woven Hand, die nach Dresden kommen. Wesentlich billiger, man muss nicht so weit fahren, die machen auch nicht so `ne laute Musik. Und ich komme so endlich einmal in den Beatpol, also den ehemaligen Starclub. Ich gebe offen zu, noch nie dort gewesen zu sein. Ja, peinlich, aber was soll`s… Dummerweise entdeckte ich dann noch das Konzert von Lambchop, welches inzwischen bereits statt fand. Die sind noch leiser, außerdem konnte man dort auch sitzen, was mir mit meinen schlimmen Verspannungen im Nackenbereich sehr entgegenkam. Das AC/DC-Konzert wäre noch nicht einmal bestuhlt gewesen! Als ich mich jedenfalls damals zum Vorverkauf begab, hing dort noch ein Plakat, welches Anne Clark in Dresden ankündigte. Das war nun wirklich schlecht, denn das aktuelle Album von ihr ist richtig gut. Wäre es schlecht, dann hätte ich mir wenigstens sagen können: Da muss ich nicht hin. So aber erkundigte ich mich: „Ist das wieder ein akustisches Programm, so wie vor einigen Jahren in der Lukas-Kirche“? „Nein, es wird laut“, meinte der Fachmann an der Kasse. Das ist gut so, dachte ich. Was soll`s? Man lebt nur einmal … Ja der Dalai Lama würde das anders erklären, doch das ist jetzt wirklich ein ganz anderes Thema. Diesen Monat gibt’s also nur Margarine statt Butter und die Flatrate wird 1 Mb/s herunter gedreht. Im Aquarium bleibt das Licht aus.

So, was war noch? Ach so, genau: Ich hatte jetzt endlich einmal die Möglichkeit, eine mir längst bekannte Funktion in Adobe Premiere richtig auszuprobieren: Den Multi-Kamera-Modus. Den gibt es da eigentlich schon eine Weile. Dass er eine sehr praktische Funktion sein könnte war mir immer klar, ich hatte nur nie ein Projekt, um ihn einmal sinnvoll einsetzen zu können. Aber das hat sich nun geändert. Mich hatte ein Freund gefragt, ob ich einmal den Auftritt seiner Band filmen könne, mit 2 Kameras. Ich mache das eigentlich nicht gern, weil das immer viel Arbeitszeit beim Schnitt hinter sich her zieht. Filmen ist ok, das ist ja nach der Aufnahmezeit vorbei, aber der Schnitt… Doch ich sagte zu und kann nun sagen: Dieser Modus ist eine geniale Sache! Man kommt unheimlich schnell zum Ergebnis, zumindest verglichen mit herkömmlicher Schnitttechnik. Es dauert natürlich trotzdem noch eine gewisse Zeit, wenn man 2 Stunden Konzert bearbeitet. Das Nervigste daran war übrigens der Inhalt. Ich sage hier nicht, welche Band es ist, derjenige kennt diesen Blog auch nicht, aber: Im Konzert, welches größtenteils aus Coverversionen bestand, hörte man vor Ort gelegentlich kleinere Fehler, die dort aber untergingen. Aber wenn man das dann zu Hause am PC mehrfach hört… Es gab einige Momente, bei denen ich entnervt „Aaah nee, das geht doch gar nicht, das ist ja furchtbar“, oder ähnliches rief. Der Gesang stimmte bei vielen Songs überhaupt nicht, völlig schräg, nicht zueinander passend, schlechtes Gitarre-Spiel, am besten war eigentlich der Schlagzeuger. Viele Amateur-Sänger machen den Fehler, englische Texte sehr gepresst zu singen – war hier auch so. Stellenweise war es nicht zum Aushalten. Ich musste mir dann zur Entspannung immer erst einmal die Originalversion von CD anhören, bevor es weiter gehen konnte. Aber wie sagt man das seinem Freund, wenn er doch so gern spielt? „Ich habe mir zwischendurch manchmal Musik angehört“. Nein, so sagte ich das natürlich nicht, ich habe ihm nur vorsichtig angedeutet, dass die kompletten Songs nicht sehr geeignet wären, um sich damit um Auftritte zu bewerben (würde eher nach hinten losgehen), dass wir uns lieber auf einen kurzen 5-Min-Zusammenschnitt einigen sollten, in denen ich die best-of-Sekunden verwende. Und damit bin ich nun auch fertig.

Das hätte ich jetzt beinahe vergessen: Was mich bei dem Konzert von Lambchop so beeindruckt hat – die Vorband. Häufig ist das ein undankbarer Job. Ich habe schon oft erlebt, dass gute Bands im Vorprogramm zumindest ignoriert oder auch komplett auspfiffen wurden. Doch hier saß das Publikum bereits bei der Vorband fast vollständig im Saal, hörte andächtig zu und gab so viel Beifall, dass es zum Schluss beinahe für eine Zugabe gereicht hätte. Leider konnte ich den Namen der Gruppe nicht herausfinden.

Da ich später von jemandem die Information zur Vorband erhielt: Dear Reader waren das.

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