Rätselhafte Studioelektronik

Eine schöne Beobachtung, die man beim morgendlichen Rundgang in unserem Studio regelmäßig machen kann: Da hat wieder ein Experte ausgetüftelte Equalizer-Einstellungen an den Mikrofonkanälen hinterlassen.

2008-09-18_mixer

An den linken 3 Kanälen kann man es sehr schön sehen. Höhen, Mitten und Bässe sind angehoben, bei den nächsten 2 Kanälen sind seltsamerweise noch die Standardeinstellungen. Da hat offensichtlich wieder jemand genau gewusst, was er tut.

Nun ist es nur dummerweise so, dass man am Equalizer zwar Frequenzkanäle abgleichen kann, allerdings ergibt das nur einen Sinn, wenn man sie gegeneinander ausgleicht. Wenn man alle gemeinsam anhebt (und dann auch noch wie hier um etwa den gleichen Level), hat man absolut nichts davon. Das erhöht lediglich – für alle Frequenzen gleich – die Gesamtlautstärke, wofür man natürlich auch den Pegelregler hätte nehmen können. Na, aber… könnte nun jemand einwerfen, das ist doch nur dem Fachmann klar. Woher soll man das als Laie wissen?

Als Laie – und das sagen wir ja auch immer bei unseren Studioeinweisungen – sollte man eben gerade nicht einfach alle verfügbaren Knöpfe drehen und drücken, sondern nur das einstellen, von dem man weiß, was es bewirkt. Und wozu man den EQ nehmen könnte, sagen wir auch.

Aber das es liegt mir völlig fern, hier irgendwen zu kritisieren. Schließlich nennt sich unsere Einrichtung Ausbildungs- und „Erprobungs“-Kanal. Da kann man auch einmal etwas erproben, und wenn es nur völlig sinnlose Mischpulteinstellungen sind. Sinnlos ist diese Reglereinstellung übrigens auch noch aus einem zweiten Grund: Wie man sieht, sind bei allen Kanälen die grauen Tasten „IN EQ“ nicht gedrückt. Und die zurechtgedrehten EQ-Einstellungen werden erst dann wirksam, wenn man das Knöpfchen drückt…

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