Urlaubsbericht

„Mein Gott! Und das hast du alles überlebt?“, stammelten Mario und Nicole. Der Angstschweiß schlotterte ihnen am Körper. Fassungslos lauschten sie meiner Urlaubsschilderung. Und dabei war ich inhaltlich gerade erst bei der Landung angekommen, wo das Flugzeug so irre gewackelt hat.

Eigentlich hatte ich in Wirklichkeit gar keine so extreme Reise hinter mir. Es war bei weitem nicht so spektakulär wie letztes Jahr, als ich mit Reinhold Messner ohne Sauerstoffmaske diese Tour durch die neuen Bundesländer machte. Ich war nur auf Madeira. Und was gibt’s da schon so viel zu erzählen? Steht doch sowieso alles im Internet. Kann man sich doch alles ergoogeln. Vielleicht nur soviel: Mich hat sehr gestört, dass es in unserer Unterkunft nur eine Steckdose gab…

2008-08-23_schweinAber nun bin ich schon wieder seit einigen Tagen wieder auf der Arbeit. Ich komme inzwischen jeden Tag eine Stunde eher, weil der Server bekanntlich jeden Morgen erst einmal neu gebootet werden muss. Er fährt sich aus ungeklärten Gründen jede Nacht fest, aber lassen wir das. Sicher ist das ein Problem, aber es gibt auch andere Probleme auf der Welt. Zum Beispiel steht bei uns zu Hause noch ein voller Bierkasten im Keller, der von einer getränkemäßig falsch berechneten Gartenparty stammt. (Ja, die Gartenparty fand im Wohnzimmer statt, weil es so wundervoll regnete, aber lassen wir auch das). Jedenfalls habe ich nun das Problem, was damit werden soll? Zuerst hatte ich noch gedacht, man könnte ja mal die Kollegen einladen und dabei ganz romantisch am Feuerkorb Knüppelkuchen machen? Knüppelkuchen – um das mal kurz mit einzuflechten – muss irgendwann eine Erfindung von Sozialpädagogen gewesen sein, die nach einer Methode suchten, überdrehte Ferienlagerkinder wenigstens kurzzeitig zur Ruhe zu bekommen. Man kann dabei auch gut seinen pyromanischen Neigungen nachgehen. Und Knüppelkuchen – um auch das noch kurz mit einzuflechten – ist allgemein nur in der Variante bekannt, wo er außen verkohlt und innen noch weich ist. Nur wenigen Insidern ist bekannt, dass es noch eine zweite Art gibt, die außen nur leicht gebräunt und gut durchgebacken ist. Aber zurück zum Thema. Bierkasten und Kollegen und so… Ob das gut ist? Das kann auch sehr nach hinten losgehen, wenn sie sehen, dass das nur wieder dieses billige Tschechen-Bier ist. Dann wird sicher bald hinter vorgehaltener Hand über mich geredet: „Jaja, hier ein fettes Gehalt einstreichen, aber dann derart geizig sein!“, oder „Ausländische Waren kaufen, so dass unser gutes deutsches Geld aus dem Land fließt! Vernichtet Arbeitsplätze bei uns. Unverantwortlich…“ DAS sind echte Probleme!

Gibt’s sonst noch was Neues bei mir? Ach ja… doch. Ich habe beschlossen, mich nicht mehr um das Rahmenprogramm unseres SAEK- Internet-Radios zu kümmern. Internet-Radio hat den Vorteil, dass man immer kontrollieren kann, wie viele Hörer man hat. Ein deprimierender Vorteil, denn bei meinen gelegentlichen Kontrollen sehe ich immer dasselbe: Null Hörer. Während des Rahmenprogramms tagsüber wäre das nicht weiter schlimm. Das läuft ja nur, damit solange nicht der Eindruck entsteht, der Sender sei nicht mehr in Betrieb. Doch leider ist das während des „richtigen“ Programmes – also 17 bis 24 Uhr – nicht anders. Als Maximum hatten wir bisher 14 Hörer gleichzeitig. Seitdem ging’s bergab. Momentan sind es während regulärer Sendungen meist 1 oder bestenfalls 2 Hörer. Und da ich an den Tagen darauf im Studio gelegentlich Leute sagen höre: „Nunu, es ging pünktlich los, war aber zu Beginn etwas zu leise…“ weiß ich, dass es sich bei diesen 1-2 Hörern um Leute aus unseren Redaktionen selbst handelt, die ihr eigenes Werk im Internet hören wollen. Es war ein Fehler, dass uns die Kabelfrequenz gestrichen wurde. Ja, theoretisch klingt es ganz toll: Hier im Internet können alle SAEK ein gemeinsames Programm machen. Großer Vorteil. Alle Studios – also Bautzen, Görlitz, Zwickau, Plauen, Leipzig, Riesa, Chemnitz liefern ihre Beiträge zur SAW (also momentan zu uns) und so entsteht ein gemeinsames Programm. Dumm nur, dass trotz Absprachen noch nie etwas aus einem dieser Studios kam. Ach doch: Einmal aus Görlitz. Ansonsten herrscht Funkstille. An der Stelle kommt mein ökonomisches Denken immer durch und ich mache mir Gedanken über den sinnlosen Stromverbrauch. Ich bin vor einigen Tagen durch das Studio gegangen und habe mit dem Strommessgerät ermittelt: 200W werden rund um die Uhr verbraucht, nur um ein überflüssiges Programm zu senden. Naja, solange keinerlei Werbung bzw. sonstige Öffentlichkeitsarbeit dafür gemacht wird, ist das kein Wunder.

So, genug mit der Jammerei. Ich bin schon sehr auf morgen gespannt. Da beteilige ich mich an einem generationenübergreifenden Multimedia-Projekt. Leider hat das mit den Fördermitteln nicht geklappt, obwohl ich im Antrag extra betont habe, dass es auch zum Ziel hat, Jugendliche dazu zu bewegen, ihren Computer einmal auszuschalten und für 2,5 Stunden kein Onlinegame zu spielen. Was das für ein Projekt ist? Naja, ich gehe mit meinem Sohn ins Kino. Batman. Hat ja ganz gute Kritiken erhalten.

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