Eine gewisse Unruhe

lag schon den ganzen Tag in den Räumen. Die Kollegen wirkten nervös und fahrig, Telefonanrufe ließen alle zusammenzucken, die Post wurde nur sehr zögerlich entgegen genommen. Bimmelte da vielleicht gerade der Anruf eines gewissen Amtes? Kam die letzte E-Mail vielleicht von einer bestimmten Behörde? Ich meine, wie hätten wir es auch ahnen können, dass wir unsere Gelder bisher immer falsch verwendet hatten? Machen doch alle so, hatten uns die netten Herren mit dem Liechtensteiner Akzent erklärt. Steuern zahlen? Machen sie sich doch nicht lächerlich! Was sollen die Nachbarn sagen, argumentierten sie damals haarscharf.

Und nun dieses Desaster! Der Chef irgendeiner Briefkastenfirma („Post“ oder so) wurde zum nationalen Buhmann, nur weil er das Seminar damals auch besucht hatte und diese Zettel mit unterschrieb. Frau Merkel sprach nun scharfe Worte aus, von wegen „du, du“ oder so, also man würde jetzt aber wirklich … so ginge es ja gar nicht … kann doch nicht sein … und dergleichen. Man will wohl jetzt ganz harte Maßnahmen gegen Steuerflucht einführen. Dagegen hat Erbprinz Alois aus Liechtenstein protestiert, was ich gut verstehen kann. Immerhin kann man diesem Staat doch nicht seine wirtschaftliche Grundlage entziehen! Wovon sollen die Liechtensteiner leben? Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von (umgerechnet) etwa 8500 €* würden sich gewaltige Einbrüche im Lebensniveau ergeben. Das ist übrigens der Bruttobetrag. Da gehen ja noch Steuern ab!

Ich finde diese Provokation von Frau Merkel übertrieben. Nicht dass das noch Konflikte innerhalb Europas auslöst … Was passiert, wenn die Liechtensteiner Militärmacht morgen vor unserer Haustür steht? Unsere eigene Armee ist ja momentan im Kosovo und am Hindukusch in Afghanistan, um dort unsere Freiheit zu verteidigen.

(* lt. Wikipedia)

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