Privatsphäre

Man muss sich heutzutage schon überlegen, was man wo erzählt. Ich habe zum Glück keine Probleme damit, auch einmal etwas für mich zu behalten. Mich wundert ohnehin, was manche Menschen dazu treibt, an allen möglichen Stellen im Internet sämtliche Dinge auszuposaunen. Man muss sich auch nicht wundern, wenn dann schlecht über einen gesprochen wird, weil man etwas Unpassendes geschrieben hat. Ich zum Beispiel werde mich strikt hüten, zu sagen, oder auch nur anzudeuten, dass ich Vista ok. finde. Also, was heißt „ok. finden“ … dass ich es so halbwegs akzeptabel finde … oder eher, dass sich mein Ekel bei der Verwendung in Grenzen hält. Ja, so geht die Formulierung. Denn so schlecht finde ich es wirklich nicht, das ist schon alles sehr durchdacht darin, ich arbeite gern damit, da haben die Entwickler wieder einmal etwas Geniales abgeliefert, es ist alles so schön dort, ich träume schon mit transparenten Fenstern, ich kann gar nicht mehr an mich halten vor Begeisterung … ICH KAUFE DREI!!!

Huch, was war denn jetzt mit mir los? Den letzten Abschnitt muss ich dann dringend wieder streichen. Wir haben jedenfalls seit kurzem ein Notebook mit dem Betriebssystem im Haus. Es ist fast dasselbe Modell, welches auch Enrico neuerdings besitzt. Er hat das nächstteurere Modell, aber er hat ja auch einen besseren Job als ich und kann sich das leisten. Was macht der nochmal? Irgendwas mit Geologie, glaube ich – es hatte was mit Gebirgen zu tun. Ein Beruf, den jetzt ziemlich viele machen. Ich glaube, es nennt sich „Rhön 3“ oder war’s „Teutoburger Wald 5“? Egal, ich schweife ab. Ich habe natürlich damals, als Vista herauskam, ordnungsgemäß mit herum gemeckert: Braucht kein Mensch, grafischer Schnullipulli, Ressourcenfresser und so. Aber allmählich finde ich es durchaus sinnvoll. Transparenzen oder nicht, meine Güte – wenn das das einzige Problem der Menschheit ist! Interessant ist der Effekt, wenn man damit moderne Spiele spielt: Die haben ja alle verschiedenste transparente Menüs und Fenster. Damit ist dann der Umstieg zurück ins Betriebssystem harmonischer, weil man dort ähnliche Wirkungen vor sich hat. Also, ich selbst spiele ja nur Solitäre. Aber mein Sohn hat einige Spiele. Natürlich haben wir darauf geachtet, dass nur pädagogisch wertvolle Software ins Haus kommt! Sicher kann ich das nicht in jedem Fall kontrollieren, aber ich informiere mich regelmäßig bei „Stiftung Warentest“ und weiß nun, dass „World of warcraft“ wohl irgendwie nicht so gut sein soll. Deshalb gab’s zu Weihnachten doch lieber „Bioshock“.

Aber ich schweife ja schon wieder ab. Ich wollte doch nur sagen, dass jemand, der im Internet Sachen von sich gibt wie: „Ich finde Vista so halbwegs brauchbar“, sich nicht wundern muss, wenn er dann bei allen unten durch ist. Würde mir nie passieren. Stattdessen schreibe ich den Hersteller auch weiterhin konsequent „M$“, um meiner Kapitalismuskritik an dieser Stelle Ausdruck zu verleihen. So, ich glaube, jetzt habe ich es denen aber ganz schön gegeben! (Hoffentlich gibt das keinen Ärger…)

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