Liebes Tagebuch,

Ein grundsätzliches Problem der Medienpädagogik ist ja, dass man dauernd mit Schülern zu tun hat. Also mit Jugendlichen. Mit Typen, die jahrein, jahraus in der Pubertät stecken, immer nur Unruhe ins Studio bringen, demonstrativ ihre erste Zigarette rauchen wollen und Erwachsene durch den Gebrauch von Wörtern wie „kiffen“ aus der Reserve locken wollen. Und die vor allem nicht abwaschen wollen.

Diese Woche hatten wir gleich von 2 Schulen Projekttage. Bei der zweiten Truppe waren alle froh, als es vorbei war. Meine Güte, waren die …, ja was waren die eigentlich? Nervig. Aber warum? Auf jeden Fall musste man sie ständig wegen irgendwas ermahnen. Na, eigentlich war das nicht das Schlimmste. Das unangenehmste an der Truppe war, dass sie pausenlos durcheinander quatschten. Wenn man ihnen was erklärte, quatschten ständig welche über was anderes, dasselbe auch, wenn einer von ihnen dem anderen etwas sagen wollte. Es war wirklich irre. So extrem hatte ich das noch nie erlebt. Bei denen herrschte ein permanenter Lärm. Die Folge war, dass wir die Jungs nach Möglichkeit allein im Schnittraum ließen. Andererseits muss ich zugeben, dass sie auch sehr selbständig arbeiteten und gut voran kamen. Inhaltlich ging es um’s Skaten, was die Jungs tatsächlich auch ziemlich gut beherrschten. 2x erlebte ich an den Drehorten panikartige Fluchtanfälle. „Die Bullen!“, hörte ich beide Male und dachte dann, ach so… das ist wohl verboten, was wir hier tun?

Im Pestalozzi-Gymnasium möchte ich jedenfalls nicht Lehrer sein. Es sei denn, Megaphon und Ohrenschützer werden von der Schulleitung bezahlt.

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