Liebes Tagebuch,

manchmal ergeben sich bei uns unüberbrückbare Gegensätze. So zum Beispiel, wenn vegetarische und antivegetarische Praktikanten gemeinsam im Einsatz sind. Wie soll man da kochen? Robert zum Beispiel war heute sehr glücklich. Extra für ihn machte Harald Schnitzel. Das war schon mal was! Christines Praktikum war zu Ende und damit auch sein Leid. Wie nennt man eigentlich Leute, die Mahlzeiten nur akzeptieren, wenn mindestens 100 Gramm tote Tiere mit drin sind? Am besten noch im Milchreis. Mir ist aufgefallen, dass ich kein Vegetarier sein möchte, denn dann müsste man pausenlos erklären, wie es dazu kam, welche weltanschaulichen backgrounds dahinter stecken, ob man damit gegen irgendwas protestieren möchte oder ob man wenigstens eine interessante Allergie hat… usw. Man redet sich bei jeder Mahlzeit den Mund fusselig, obwohl die Oma immer gesagt hat, beim Essen spricht man nicht. Ausserdem ist dann jede Mahlzeit kalt (sofern sie überhaupt warm war). Da ist es wohl schlauer zu sagen: „… ach, dass ich schon wieder Salat esse ist reiner Zufall. Schon der dritte Monat ohne Fleisch? Tatsache, ist mir gar nicht aufgefallen. Vegetarier? Nee nee, bin ich nicht. Da müsste ich ja dauernd beim Essen reden…“ Als Tarnung sollte man immer die aktuelle Aktionswoche bei McDonalds richtig aussprechen können.

Unsere neuesten Ideen bewegen sich übrigens sowieso mehr ins kullinarische: Wir könnten zum Beispiel unsere geplanten Speisepläne hier im Internet veröffentlichen. Die sind möglicherweise interessanter als das Kursprogramm. Und wir sollten zusätzlich zur Studionutzungsliste Essenteilnehmerlisten auslegen. Denn an manchen Tagen sitzen beim Mittag mehr Leute hier, als wir Nutzer haben.

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